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Aus dem Landkreis W-Lan an jeder Schule im Landkreis Celle?
Celler Land Aus dem Landkreis W-Lan an jeder Schule im Landkreis Celle?
23:34 03.08.2018
Von Christopher Menge
Quelle: Hauke-Christian Dittrich
Celle-Landkreis

"Wir stehen Investitionen in diesem Bereich durchaus offen gegenüber", sagt Reinhard Toboll, Schulamtsleiter beim Landkreis Celle. Dicke Bretter müssen die Schulleiter also nicht bohren, problematischer sind da eher die dicken Stahlbeton-Mauern vieler Lehranstalten. "Das muss für jede Schule untersucht werden", sagt Toboll über die W-Lan-Einrichtung. Entscheidend sind für ihn aber nicht die möglichen Kosten, sondern das Konzept der Schule. "Viele lehnen es ab, da die Schüler dann mit ihren Smartphones über das W-Lan-Netz im Internet surfen", so Toboll.

So gilt beispielsweise an der Oberschule Flotwedel nach wie vor ein Handyverbot. "Wir würden uns mit freiem W-Lan Probleme schaffen, die weitreichender sind als der Nutzen", sagt Schulleiter Paul Zeblewski. Das heißt aber nicht, dass die Schüler komplett auf einen drahtlosen Internetzugang verzichten müssen – schon seit zwei Jahren gibt es zwei Tabletklassen. "Da hat es aber leider immer wieder Probleme gegeben", berichtet Zeblewski. Trotz modernster Technik im Haus kommen über das Telekom-Netz nur wenige Bits an. "Wenn parallel auch noch im Computerraum gearbeitet wird, ist das Netz am Ende", so der Schulleiter. Besserung ist aber in Sicht: Nach Rücksprache mit dem Landkreis soll hier kurzfristig nachjustiert werden.

An der Oberschule Lachendorf werden seit diesem Schuljahr nur noch Tabletklassen eingeschult. Die Schule sei sehr gut ausgestattet, sogar in der Sporthalle gebe es W-Lan, sagt Schulleiter Jörg Mollenhauer. Die Benutzung von Smartphones ist aber trotzdem verboten.

Von sehr positiven Erfahrungen mit den Tabletklassen spricht der stellvertretende Schulleiter der Integrierten Gesamtschule (IGS) Celle, Sebastian Zeblewski. An seiner Schule würde nur noch mit Hilfe der kleinen Computer unterrichtet werden. "Die Schüler arbeiten sehr flexibel und können schnell auf Internetinhalte zurückgreifen. Früher musste man sonst einen Atlas holen", sagt der Lehrer. Auch die Unterrichtsmaterialien könnten über die Tablets abgerufen werden.

Da die Tablets freigegeben werden müssen, können die Schüler aber nicht mit ihren Smartphones auf das W-Lan zugreifen. Das können nur die Ernestiner, die ebenfalls im Schulzentrum Burgstraße untergebracht sind. "Wir haben mit jedem Schüler eine Vereinbarung. Wenn irgendwelche schweinischen Inhalte hochgeladen werden würden, könnten wir das identifizieren", sagt Schulleiter Johannes Habekost. Für die Recherche im Unterricht seien die Smartphones inzwischen aber essenziell. Tabletklassen gibt es an dem Gymnasium nicht.

In der Bibliothek können sich die Schüler hingegen mit ihrem eigenen Tablet oder Laptop ins W-Lan einloggen, um beispielsweise Referate vorzubereiten. "Was wir nicht wollen, sind Gamer-Gruppen auf dem Schulhof", sagt Habekost. Zudem dürfen die Smartphones während des Unterrichts außerhalb von Arbeitsaufträgen nicht benutzt werden. In den Pausen dürfen die Handys dann herausgeholt werden. "Es gibt aber auch noch das persönliche Teeküchengespräch – das beobachte ich gerne", so Habekost.