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Aus dem Landkreis Weiteres Wolfsrudel im Kreis?
Celler Land Aus dem Landkreis Weiteres Wolfsrudel im Kreis?
17:53 17.10.2018
Von Simon Ziegler
Quelle: Lino Mirgeler
Celle

Im Landkreis Celle könnte ein weiteres Wolfsrudel leben. "Wir haben vermutlich mindestens ein weiteres Rudel, das gar nicht erfasst ist", sagte Kreisjägermeister Hans Knoop am Dienstag im Umweltausschuss des Celler Kreistages. Dieses soll sich im Bereich der Samtgemeinde Wathlingen angesiedelt haben, ergänzte er auf CZ-Nachfrage.

Wissenschaftliche Beweise für das Rudel liegen bislang aber nicht vor. Knoop ist sich dennoch sicher, dass inzwischen Wölfe im Celler Südkreis leben. "Ich bekomme immer wieder Meldungen, die auf ein weiteres Rudel schließen lassen", sagte der Kreisjägermeister. Mehrfach sollen Welpen gesichtet worden sein. Es habe diverse Begegnungen zwischen Mensch und Tier gegeben. "Ich halte die Informationen für glaubwürdig", sagte Knoop weiter. Sobald er ein Foto oder einen anderen Nachweis mit einem Wolf in besagtem Bereich erhalte, werde er dies sofort an den zuständigen Wolfsbeauftragten der Landesjägerschaft in Hannover weitergeben. Dort wird die Ausbreitung der Wölfe in Niedersachsen wissenschaftlich dokumentiert.

Im Umweltausschuss des Kreises führte Knoop aus, dass die Wolfspopulation jährlich um rund 30 Prozent steige. Erst im August war bekannt geworden, dass es in der Nähe von Wietze ein weiteres Wolfsrudel gibt. Mit einer Fotofalle waren sieben Welpen bestätigt worden. Durch den Celler Landkreis streifen zudem Rudel aus Walle, Bergen, Ostenholzer Moor, Ebstorf und Wietzendorf sowie das Rudel Eschede/Rheinmetall. Zudem gibt es ein Wolfspaar im Burgdorfer Raum. In Niedersachsen sind derzeit insgesamt 20 Rudel nachgewiesen, hieß es zuletzt. Im gesamten Bundesland sollen bis Ende des Jahres ungefähr 250 Wölfe leben.

Das Wolfsbüro des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hat bislang keine Kenntnis von einem Wolfsrudel in der Samtgemeinde Wathlingen. "Wir können Wölfe im Wathlinger Raum weder dementieren noch bestätigen", sagte Sprecherin Bettina S. Dörr auf Nachfrage der Celleschen Zeitung. "Wir haben keine Informationen, dass Sichtungen oder Mensch-Tier-Begegnungen stattgefunden haben", so Dörr weiter. Die Landesjägerschaft war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Angesichts der steigenden Wolfszahlen im Celler Land warnte im Umweltausschuss des Landkreises der Kreistagsabgeordnete Albrecht Hoppenstedt (WG) aus Walle davor, dass in den Gebieten mit Wolfsnachweisen die Lebensqualität verloren gehe. "Familien gehen nicht mehr in den Wald. Es wird auch nicht mehr nach Pilzen gesucht", schilderte Hoppenstedt, wie sehr die Existenz der Wölfe bereits das Leben vor Ort beeinträchtigt.

Wer Spuren, Losungen oder Risse findet, die auf einen Wolf hinweisen, oder einen Wolf sieht, sollte seinen Fund dem örtlichen Wolfsberater oder der Landesjägerschaft Niedersachsen per E-Mail an wolf@ljn.de melden.

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