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Aus dem Landkreis Weniger Mais im Celler Land
Celler Land Aus dem Landkreis Weniger Mais im Celler Land
15:51 27.06.2012
Von Simon Ziegler
Jens Knoop auf einem Kartoffelfeld Quelle: Peter M¸ller
Landkreis Celle

Wenn das Wetter mitspielt, brummen bald wieder die Mähdrescher im Celler Land. Kurz vor dem Erntestart geben sich die heimischen Bauern vorsichtig optimistisch. Kreislandwirt Jürgen Mente, der dieser Tage auf dem Deutschen Bauerntag in Fürstenfeldbruck bei München ist, hofft, „dass wir wieder gute Erträge auf unseren Feldern einfahren. Im Moment stellt es sich recht ordentlich dar“. Allerdings belasten steigende Preis vor allem für Strom die Kalkulationen.

„Ist der Mai kühl und nass, füllt‘s dem Bauern Scheun‘ und Fass“, lautet eine Bauernregel, die dieses Jahr aber keine Anwendung fand. Nachdem viele Getreidebestände schon unter einer eisigen Frostperiode Anfang des Jahres gelitten hatten, war dann auch der Frühling in vielen Regionen sehr trocken. „Es wird keine Spitzenernte werden“, dämpft der Bauernverband daher die Erwartungen.

Bauer Jens Knoop aus Luttern ist derzeit damit beschäftigt, Kartoffeln gegen die Kraut- und Knollenfäule zu spritzen. Er rechnet bei den Kartoffeln mit einer durchschnittlichen Ernte. „Wenn wir jetzt heiße Temperaturen bekommen, kann das in 14 Tagen aber ganz anders aussehen“, sagte Knoop.

Kreislandwirt Mente verweist unterdessen darauf, dass erstmals seit Jahren der Maisanbau rückläufig sei. In diesem Jahr wurde die Pflanze auf 245 Hektar weniger angebaut als noch vor Jahresfrist. Dafür wird 250 Hektar mehr Getreide angebaut. Der Grund ist laut Mente finanzieller Natur, „Getreide ist gut im Preis“. Zwischen Faßberg und Wathlingen gibt es jetzt 13.000 Hektar Mais und 15.700 Hektar Getreide. Im Vergleich dazu fristet die Zuckerrübe noch ein Schattendasein. Sie wird auf 2200 Hektar angebaut, Tendenz steigend. Denn die Zuckerrübe wird als Energiepflanze und Alternative zum Mais immer wichtiger. Gute Preise lassen sich derzeit beim Raps erzielen, der auf einer Fläche von 1700 Hektar wächst. „40 Euro für die Dezitonne, das ist ein guter Preis“, sagt Mente. Schlechter sieht es in der Schweinezucht aus. Die Landwirte erhalten derzeit 1,63 Euro pro Kilogramm, bräuchten aber 1,80 Euro, auch wegen hoher Futterpreise.

Wintergerste wird als erstes geerntet, normalerweise Anfang Juli. „Die Bestände sind recht gut, da hatten wir Glück“, sagt der Kreislandwirt mit Blick auf den Frost im Februar, der dazu führte, dass im Bundesgebiet 600.000 Hektar Wintergetreide zerstört wurden. Im Celler Land hatte eine Schneeschicht das Getreide geschützt, es gab somit kaum Auswinterungsschäden.

Die Zahl der bäuerlichen Betriebe sinkt im Kreis Celle immer weiter. Noch gibt es rund 800 Betriebe, davon arbeitet die Hälfte im Vollerwerb. Jedes Jahr müssen knapp zwei Prozent ihren Hof aufgeben, weil sich das Geschäft nicht mehr lohnt oder keine Nachfolger da sind. „Das hat sich auf niedrigem Niveau stabilisiert“, schätzt Mente die Lage ein. Im Bundesschnitt liege die Quote bei vier Prozent.