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Aus dem Landkreis Weniger Wintervögel in heimischen Gärten im Celler Land?
Celler Land Aus dem Landkreis Weniger Wintervögel in heimischen Gärten im Celler Land?
18:04 04.01.2017
Landkreis Celle

Eine Feststellung, die auch der Wienhäuser Vogelexperte Ulrich Pittius vom Naturschutzbund (Nabu) bestätigen kann. Doch warum weniger heimische Vögel gesehen werden, sei nicht eindeutig zu klären. Viele Faktoren wirken auf das Ausbleiben der Wintervögel ein. Die milde Witterung habe sich positiv auf Entwicklung von Baumsamen ausgewirkt, wie der Nabu berichtet. „Arten wie Grünfink und Kleiber sind in den Bereichen von Bäumen vermehrt zu finden“, erklärt Pittius. Dies könne ein Grund dafür sein, warum gegenwärtig die heimischen Futtersilos nur sporadisch von den gefiederten Freunden besucht werden. Bisher seien wenige der klassischen großen Wintervogeltrupps unterwegs, ergänzt der Vogelexperte. Laut dem Nabu könne der relativ warme November und Dezember dazu beigetragen haben, dass es nur einen geringen Zuzug aus dem Norden und Osten Europas gab. Das Ausbleiben der Wintervögel stehe jedoch in keinem Zusammenhang mit der Geflügelpest. „Singvögel sind von der Erkrankung nicht betroffen“, betont der Experte.

„Wenn der Bergfink bei der Fütterung auftaucht, weiß man, dass das Winterhalbjahr begonnen hat“, sagt der Vogelexperte. Bergfinken brüten in lichten Nadel- und Birkenwäldern Skandinaviens und Nordost-Europas. Den Winter verbringen sie jedoch in Mitteleuropa und im nördlichen Südeuropa. „Das ist keine Art, die regelmäßig bei der Winterfütterung auftaucht“, so Pittius. Ihre Nahrung finden die Wintergäste in den Wäldern, aber auch auf abgeernteten Äckern.

Im Sinne des heutigen Aktionstages soll nicht nur an das schöne Gezwitscher des munteren Federviehs gedacht werden. Der Tag soll vor allen Dingen daran erinnern, sich aktiv für den Fortbestand der Vögel einzusetzen. Viel braucht es dazu nicht. „Einfach im Garten eine kleine unordentliche Ecke lassen“, rät Pittius. Hochstauden stehen und das Laub liegen lassen, Altholz nicht entsorgen, kurzum eine kleine „Wildnis“ schaffen, die den Vögeln einen nahrhaften Lebensraum bietet.

Zugleich beginnt am morgigen Freitag Deutschlands größte Vogelzähl-Mitmachaktion. Der Nabu führt bereits zum siebten Mal die „Stunde der Wintervögel“ durch. Dafür sollen die Teilnehmer einfach eine Stunde aus ihrem Gartenfenster blicken und ihre Beobachtungen notieren und dem Nabu melden. Ob es nun tatsächlich weniger Vögel als sonst in die Gärten gibt, soll die bundesweite Mitmach-Studie klären. Auch kann die Aktion Hinweise darauf geben, welche Arten und Regionen besonders betroffen sind.

Der Kälteeinbruch, der noch bis Sonntag anhalten soll, wird sich auf die Vogelwelt auswirken. „Jetzt, wo der Winter Ernst macht und die Vögel weniger Futter in der freien Natur finden, müssten sie eigentlich zurück in die Gärten kommen“, erklärt der Nabu Niedersachsen. Nähere Informationen sind unter www.stundederwintervoegel.de zu finden.