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Aus dem Landkreis Windrad-Pläne des Landkreises Celle: 1000-Meter-Abstand für alle gefordert
Celler Land Aus dem Landkreis Windrad-Pläne des Landkreises Celle: 1000-Meter-Abstand für alle gefordert
17:40 23.03.2017
Von Christopher Menge
Zurzeit werden südlich von Bröckel in der Gemeinde Uetze neue Windkraftanlagen errichtet. Landkreisweit ist Windkraft ein Thema. Quelle: Michael Schäfer
Celle-Landkreis

"Wenn man allen die 1000 Meter Abstand zubilligen würde, dann wäre das Problem vom Tisch", sagt Jürgen Patzelt von der BI. Der Landkreis bezieht sich allerdings auf den Windenergie-Erlass des Landes und auf die Arbeitshilfe "Regionalplanung und Windenergie" des Niedersächsischen Landkreistages (NLT). Demnach gibt es sogenannte harte und weiche Tabuzonen zwischen "Siedlungen mit Wohnnutzung" wie Siddernhausen und "Splittersiedlungen im Außenbereich" wie Roxhüllen. "Im RROP-Entwurf wird für den Abstand zu Wohngebäuden und Splittersiedlungen im Außenbereich eine harte Tabuzone von 400 Metern und eine weiche Tabuzone von 200 Metern, insgesamt also ein Abstand von 600 Metern, festgelegt", sagt Harms. "Dieser Abstand entspricht auch den Empfehlungen des NLT."

Dörfer im eigentlichen Sinne wurden laut Harms dagegen als geschlossene, im Zusammenhang bebaute Bereiche, bewertet und seien damit als Innenbereich im Rahmen der Erarbeitung des RROP-Entwurfs mit einem Abstand von 1000 Metern berücksichtigt worden. Doch wieviel Fläche würde im Landkreis Celle wegfallen, wenn man allen diesen Abstand zubilligen würde? Eine klare Antwort vom Landkreis gibt es hier nicht, weil eine solche Analyse bisher nicht vorgenommen wurde.

Aber: "Im Landkreis Celle gibt es eine Vielzahl solcher Splittersiedlungen und Wohngebäude, sodass unter Anwendung des 1000-Meter-Abstandes eine Vielzahl der im RROP-Entwurf vorgesehenen Potenzialflächen entfallen würden", sagt Harms. "Unter Zugrundelegung der vorgesehenen Vorranggebiete für die Windenergienutzung und der Übernahme von Bestandsflächen stehen etwa 1,1 Prozent der Landkreisfläche für die Windkraftnutzung zur Verfügung." Eine Reduzierung der Flächen könnte nach der Rechtsprechung dazu führen, dass der Windkraft nicht substanziell Raum geschaffen würde. Das wiederum würde zwangsläufig dazu führen, dass andere, bisher zugrunde gelegte Kriterien geändert werden müssten, um wieder mehr Raum zu schaffen, warnt Harms.

Auf den Landkreis dürfte in den nächsten drei Monaten noch einiges an "Gegenwind" zukommen.