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Aus dem Landkreis Celler Jäger sind "meldemüde"
Celler Land Aus dem Landkreis Celler Jäger sind "meldemüde"
17:53 11.01.2019
Von Carsten Richter
Die CZ-Redakteure Dagny Siebke, Andreas Babel und Carsten Richter (von links) demonstrieren das weit verbreitete Phänomen des "Wolfstourismus". Quelle: David Borghoff
Celle

Wie effektiv ist das Wolfsmonitoring? Die Überwachung der Raubtiere durch das Aufstellen von Fotofallen oder die Suche nach Losung steht in der Kritik. Laut einem NDR-Bericht sind Niedersachsens Jäger „meldemüde“ geworden. Die Bereitschaft der Jäger zum Monitoring lässt dem Bericht zufolge zu wünschen übrig. Der NDR beruft sich dabei auf die Aussage des Soltauer Kreisjägermeisters Wolfgang von Wieding. Nur noch vereinzelt würden Jagdpächter im Heidekreis Kot oder andere Beweise sammeln und die Nachweise der fürs Monitoring zuständigen Landesjägerschaft melden. Eine Einzelmeinung? Offenbar nicht. Auch Celles Kreisjägermeister Hans Knoop stellt bei vielen Jägern eine Meldemüdigkeit fest.

Wildtierrisse gehören zum Alltag

Sieben nachgewiesene Wolfsrudel leben derzeit in der Region um Celle, zuletzt wurde im Dezember ein Rudel bei Widdernhausen nachgewiesen. „Möglicherweise gibt es aber noch mehr Rudel, die gar nicht bekannt sind, weil die Tiere nicht gemeldet werden“, sagt Knoop. Würden Rehe oder andere Wildtiere durch einen Wolf gerissen, kämen zudem kaum noch Wolfsberater an den "Tatort". „Bei mindestens sieben Rudeln im Landkreis müssen wir davon ausgehen, dass die meisten Risse durch einen Wolf verursacht wurden“, so Knoop. Wildtierrisse gehörten mittlerweile zum Alltag. Und selbst Risse von Haustieren würden nicht zwangsläufig gemeldet, sagt Knoop. „Wenn zum Beispiel die Umzäunung nicht den Vorschriften entspricht, meldet das niemand, da es dann keine Entschädigung gibt.“

Monitoring bleibt für Landesjägerschaft wichtig

Raoul Reding, Wolfsbeauftragter der Landesjägerschaft, bestätigt, dass längst nicht alle Risse oder andere Nachweise, die auf einen Wolf hindeuten, gemeldet werden. „Wolfsrisse sind inzwischen Normalität“, sagt Reding. Die Landesjägerschaft könne nicht mehr machen, als zum Melden der Wolfsnachweise aufzufordern. Das Monitoring sei wichtig, denn nur mit belegbaren Zahlen lasse sich ein effektives Management betreiben.

Wolfstourismus löst Unruhe im Wald aus

Knoop macht derweil noch einen weiteren Grund für die Meldemüdigkeit verantwortlich: den sogenannten Wolfstourismus. Das Phänomen, das Gruppen gezielt in die Wäldern gehen, um dort mit Tonbandaufnahmen das Heulen der Wölfe zu imitieren, verbreite sich immer mehr, so der Kreisjägermeister. „Das löst unnötig Unruhe im Wald aus.“

Jeder Wolfsnachweis ist zudem auf der Homepage der Landesjägerschaft einzusehen. Die „Wolfstouristen“ suchten dann gezielt die Reviere auf, in denen besonders viele Tiere gemeldet werden – noch ein Grund, warum viele Jäger erst gar nicht über die Nachweise informierten, so Knoop.

Seminare zu Wölfen auf Gut Sunder

Auf dem Nabu Gut Sunder bei Meißendorf werden schon seit Längerem Seminare zum Thema Wolf angeboten. In diesem Jahr findet zum Beispiel am Sonntag, 13. April, unter Leitung von Wolfsberater Jörg-Rüdiger Tilk eine Tagesexkursion unter dem Titel „Auf den Spuren der heimischen Wölfe“ statt. Laut Jahresprogramm des Gut Sunder führt die Exkursion direkt ins anliegende Wolfsgebiet auf dem Truppenübungsplatz Bergen – dort wo Tilk ohnehin für das Monitoring zuständig ist. Mit „Wolfstourismus“ habe das nichts zu tun, betont der Fachmann. „Wir bleiben auf den Wegen und verändern nicht den Lebensraum der Wölfe.“ Im Übrigen werde mit dem Seminar nicht das Ziel verfolgt, Wölfe zu sehen. Es gehe nur darum, nach seinen Spuren zu suchen und diese zu verstehen. "Es wäre ein großer Zufall, wenn Menschen dabei auf Wölfe stießen", so Tilk.

Ein weiteres Seminar auf dem Gut Sunder wird vom 13. bis 15. September angeboten. Der Historiker Utz Anhalt geht dabei mit den Teilnehmern der Beziehung von Menschen und Wölfen nach. Auch hier decken Wanderungen einen Großteil des Seminars ab.

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