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Bergen Ortsteile Celler "Aktionsbündnis gegen Trassenneubau" baut 500 Protestkreuze
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Ortsteile Celler "Aktionsbündnis gegen Trassenneubau" baut 500 Protestkreuze
14:35 17.11.2014
Gemeinsam wehrt sich das „Aktionsbündnis gegen Trassenbau“ mit circa vier Meter hohen Prosteskreuzen gegen den Bau der Y-Trasse der Deutschen Bahn. 160 Kreuze wurden in Hagen gestrichen.  Quelle: Johanna Müller (2)
Hagen

Es wurde gestrichen, gepinselt und gerollt, bis schließlich 320 Latten in Rot oder weiß mit schwarzem Schienenmuster eingefärbt waren. 160 Andreaskreuze sind so allein in Hagen vorbereitet worden. Diese sollen am kommenden Samstag 22. November, entlang der geplanten Strecke für die Y-Trasse der Bahn aufgestellt werden. „Das soll den Menschen sichtbar machen, was das bedeutet. Viele wissen nicht einmal, dass sie keinen Bahnhof kriegen“, sagt Hans-Dietrich Kuhlmann, Arbeitskreisleiter Protestkreuze vom „Aktionsbündnis gegen Trassenneubau“.

Außerdem wurde in Bergen, Wietzendorf, Eversen, Feuerschützenbostel, Katensen, Wardböhmen, Offen, Becklingen, Sülze, Bleckmar und Dohnsen gearbeitet. 500 Kreuze wurden insgesamt gestrichen. In Abständen von jeweils 50 Metern in der Breite und entlang der Strecke sollen diese dann aufgestellt werden. „Das ist wie eine Mauer, die Einzugsbereiche halbiert“, sagt Pressesprecher Sebastian Salie.

Rund 50 Leute beteiligten sich am Samstag auf dem Kuhlmann-Hof in Hagen am Streichen der Protestkreuze. Nicht nur viele Hagener, sondern auch Betroffene aus den umliegenden Dörfern waren dabei. Für Ingrid Graue aus Hustedt war es selbstverständlich mit anzupacken. „Wir wollen die Trasse nicht, die würde unseren Ort teilen. Wir kämpfen nicht nur für uns, sondern auch für folgende Generationen und unsere schöne Natur“, sagt die 59-Jährige. Auch die Angst, dass ihr Grundstück weniger wert sein könnte, belastet sie.

„Etwa die Hälfte der Helfer kenne ich gar nicht. Das ist toll und ich musste gar nicht viel machen“, freute sich Kuhlmann. Denn die Nachricht über die Aktion verbreitete sich wie ein Lauffeuer in der Region. Per Mail, über soziale Netzwerke oder ganz klassisch per Mundpropaganda wurden möglichst viele Bürger informiert. Mit Kurz- und Bildnachrichten blieben die fleißigen Maler auch am Samstag in Verbindung. „Das ist ja der Wahnsinn“, freuten sich die Hagener über Fotos der gestrichenen Bretter aus der ganzen Region.

Die Unterstützer der Protestbewegung „Aktionsbündnis gegen Trassenneubau“ wären ganz individuell von Bau der Y-Trasse betroffen. „Ich würde an 70 Prozent meiner Flächen nicht mehr direkt herankommen“, sagt beispielsweise Landwirt Kuhlmann, der seine Felder zwar noch sehen könnte, aber durch die Bahnschienen davon abgeschnitten wäre.

Doch nicht nur Bauern, sondern Menschen aller Berufsgruppen wehren sich gegen den Trassenbau. Unter anderem Unternehmer, Rechtsanwälte, Lehrer, Hausfrauen und auch Angestellte der Kirche, Politiker und Verantwortliche der Stadt Bergen schließen sich dem Bündnis an. „Ich finde die Aktion gut. Wir rücken alle zusammen“, sagt Robert Sorge aus Hagen.

Weitere Informationen und Kontakmöglichkeiten zum Aktionsbündnis, das sich auch gegen den Bau der Stromtrasse Suedlink einsetzt, gibt es im Internet unter www.trassenabsage.de.

Von Johanna Müller