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Bergen Ortsteile Celler Protestzug gegen Bahntrasse rollt
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Ortsteile Celler Protestzug gegen Bahntrasse rollt
06:50 24.11.2014
Gut 500 Menschen versammelten sich in Wohlde, um gegen einen mögliche Bahntrasse durch den Landkreis Celle zu demonstrieren. Dort wurde symbolisch das letzte Kreuz errichtet. Quelle: Tore Harmening
Wohlde

Der Protest gegen eine mögliche Schienengüterverkehrstrasse durch den Landkreis Celle hat deutlich Fahrt aufgenommen. Das ist spätestens seit Samstag endgültig klar, als sich rund 500 Menschen, unter ihnen Landtags- und die Bundestagsabgeordneten sowie Landrat Klaus Wiswe und fast alle Berger Ortsbürgermeister, nahe Wohlde versammelten.

Sie setzten dort symbolisch das letzte Protestkreuz, von denen jetzt 500 im ganzen Landkreis stehen. Sie markieren auf den Feldern und Wiesen die Route, die auf einer Karte der Deutschen Bahn als mögliche Trasse für eine solche Strecke eingezeichnet ist.

„Durch die Kreuze wird erst jetzt richtig deutlich, was das für unsere Region bedeuten würde. Es ist gut, dass es die jetzt gibt, denn das wird die Menschen wachrütteln", sagte Heike Rochell, eine der Demonstranten.

Genau das haben die Organisatoren vom „Bündnis gegen den Trassenbau" auch erreichen wollen. „Es ist toll zu sehen, wie schnell die Leute sich mobilisieren", sagt Jan-Hendrik Hohls bei seiner Ansprache, bevor das letzte Kreuz in die Erde gesteckt wurde.

Der Landkreis Celle könne zwar jede Infrastruktur gebrauchen, nicht „aber eine Trasse, die uns unsere schöne Landschaft zerschneidet", so Hohls.

Er bat Landrat Klaus Wiswe darum, dass baldmöglichst eine Infoveranstaltung mit der Deutschen Bahn organisiert wird, so dass „alle Fragen beantwortet werden können".

Außerdem lud er alle Demonstranten für den 3. Dezember ins Stadthaus ein. Dort will das Bündnis einen Verein gründen, damit sie zum Beispiel auch Geld und Spenden annehmen können. Becklingen hat bereits in seiner jüngsten Ortsratssitzung beschlossen, den Verein mit 200 Euro zu unterstützen und der Sülzer Bürgermeister Michael Buhr sagte am Wochenende, dass die anderen Berger Ortsräte ähnliche Zuwendungen planen.

Auch im Internet hat die neue Protestbewegung regen Zulauf. Wie Sebastian Salie sagt, gibt es auf der Facebook-Seite des Bündnisses inzwischen gut 10.000 Zugriffe. „Bei uns haben sich schon Leute aus anderen Regionen gemeldet, um zu fragen, ob wir sie beraten können, dabei sind wird gerade mal zweieinhalb Wochen bei der Arbeit", meinte Salie.

Die Celler sind also schon ganz gut aufgestellt, was den Widerstand angeht, bevor im Dezember das sogenannte Dialogverfahren des Landes Niedersachsen im Auftrag der Deutschen Bahn beginnen soll. Dabei sind auch Informationsveranstaltungen geplant. Letztlich entscheiden wird über einen möglichen Trassenneubau jedoch der Bundestag und nicht die Deutsche Bahn. Es zeichnet sich laut Hohls und auch den beiden Bundestagsabgeordneten aber bereits ab, dass es Alternativvarianten gibt, die ohne einen kompletten Neubau auskommen.

Von Tore Harmening