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Bergen Ortsteile Erdbebengefahr durch Gasförderung gering
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Ortsteile Erdbebengefahr durch Gasförderung gering
17:19 29.04.2013
RWE-Dea fördert Gas in Becklingen aus gut 5000 Meter Tiefe. Quelle: Tore Harmening (Archiv)
Becklingen

Aus 5000 Meter Tiefe fördert das Unternehmen RWE-Dea Erdgas aus dem Boden bei Becklingen. Gut 10.000 Kubikmeter in der Stunde. Es gibt Berichte, dass mit der Gasförderung die Gefahr von Erdbeben wächst. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) stellt fest, dass es im Bereich von Gasfeldern, aus denen gefördert wird, zu vermehrten Beben in Niedersachsen kommt.

„Norddeutschland gilt als eher aseismische Region, das bedeutet große Gebiete zeigen keine Ereignisse. Auffällig jedoch ist ein Band von Ereignissen, das sich von der niederländischen Grenze im Westen bis nach Osten in die Region um Salzwedel zieht, und in dem die Epizentren zum überwiegenden Teil an den Rändern der Erdgasfelder lokalisiert sind”, sagt Thomas Plenefisch vom BGR.

Aus der räumlichen Nähe der Beben zu den Gasfeldern und der Tatsache, dass es im weiteren Umfeld keine Vorkommnisse dieser Art gab, schließen die Seismologen der BGR, dass diese Ereignisse wahrscheinlich in Zusammenhang mit den Erdgasaktivitäten in der Region stehen. Sie werden deshalb dort als „induzierte“ Ereignisse eingeordnet. „Einen eindeutigen Beweis gibt es bisher nicht, jedoch sprechen viele Indizien für den angesprochenen Zusammenhang”, so Plenefisch. Erst im November 2012 zitterte die Erde leicht bei Völkersen. Es gab aber nach einem Bericht des NDR auch schon stärkere Beben, die Schäden an Häusern verursacht haben.

Kann also in Celles Norden auch demnächst die Erde beben? Sowohl die BGR als auch RWE-Dea gehen nicht davon aus, denn das Gasfeld im Nordkreis ist wesentlich kleiner. Allerdings gibt es keine endgültige Sicherheit. „Im Bereich Völkersen werden zusammengenommen etwas mehr als eine Milliarde Kubikmeter Gas im Jahr gefördert, in Celle sind es 19 Millionen”, erklärte Derek Mösche von RWE.

Thomas Plenefisch von der BGR sagt, dass es „in der Region um das Erdgasfeld Celle nach unserem Wissen innerhalb der letzten Jahrzehnte keine seismischen Ereignisse gab, die auf einen Zusammenhang mit der Erdgasförderung hindeuten”. Prinzipiell sei es jedoch bei jedem Eingriff in den tieferen Untergrund nicht ausgeschlossen, dass durch Spannungsumverteilungen kleinere seismische Ereignisse ausgelöst werden können. „Eine Vorhersage ist zurzeit nicht möglich, selbst bei genauem Wissen der Förderparameter.” Im Juni sollen Daten aus Erdbebenmessstationen aus dem Landkreis Celle ausgewertet werden. Dann wissen die Experten mehr.

Tore Harmening

Von Tore Harmening