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Bergen Ortsteile Gelbe Schleife für Hunde im Kreis Celle
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Ortsteile Gelbe Schleife für Hunde im Kreis Celle
19:17 13.01.2017
Von Christopher Menge
Regelmäßig geht Saskia Eggers mit ihrem Hund Vinito im Sülzer Wald spazieren. Die gelbe Schleife an der Leine signalisiert, dass der Hund Abstand zu anderen Vierbeinern haben möchte. Quelle: Oliver Knoblich
Sülze

SÜLZE. Als Frauchen eines ängstlichen und unsicheren kleinen Hundes erlebe sie immer wieder Situationen, in denen ein „der-will-nur-spielen“-Vierbeiner schwanzwedelnd auf ihren Hund zugestürmt komme. „Aber diese Art von Stresssituationen kann man ganz einfach umgehen“, sagt Eggers und verweist auf die Kampagne „Gelber Hund“. „Hunde, die aus irgendeinem Grund mehr Freiraum oder Abstand brauchen, werden mit etwas Gelben, zum Beispiel einem Band oder Tuch an der Leine, Geschirr oder Halsband gekennzeichnet.“ Die gelbe Markierung dient als nonverbale Kommunikation. Sie soll ganz einfach zeigen: „Mein Hund will keinen Kontakt zu anderen Hunden oder Menschen. Bitte gewähren Sie uns mehr Abstand.“

Die Gründe, warum manche Hunde mehr Abstand als andere brauchen, sind sehr vielfältig. Der Hund kann zum Beispiel krank, alt oder läufig sein. Oder er ist aufgrund von schlechten Erfahrungen einfach ängstlich – wie Vinito. „Es können Hunde sein, die durch bestimmte Erfahrungen in ihrem Leben oder durch charakterliche Besonderheiten Schwierigkeiten im Kontakt mit fremden Hunden und Menschen haben“, erklärt Eggers. „Oft sind Probleme, die bei einem Treffen im Wald auftreten, nicht ungezügelter Aggression geschuldet, sondern vielmehr einer großen Angst und Unsicherheit.“ Die gelbe Markierung diene allerdings nicht zur Kennzeichnung aggressiver Hunde und sei auch kein Ersatz für einen Maulkorb. „Hunde, die aggressiv auf Menschen oder Tiere reagieren, müssen mit einem Maulkorb gesichert werden“, betont die Hundebesitzerin.

Unterstützung bekommt die 27-Jährige dabei von Susanne Engeldinger von der Hundeschule Lupus in Scheuen. Die Hundetrainerin ist bereits vor ein bis zwei Jahren im Internet auf die Aktion aufmerksam geworden. „Das ist eine gute Sache“, sagt Engeldinger, die an ihrer Hundeschule Flyer aufgehängt und verteilt hat. Manche Hundeführer seien gedankenlos und ließen ihre Vierbeiner einfach laufen. „Ich sehe einem Hund aber nicht an, ob er was tut, wenn ein anderer Hund auf ihn zugestürzt kommt“, sagt die Expertin, „es gibt Hunde, die aus verschiedensten Gründen keinen Kontakt zu anderen Hunden haben sollen.“ Sie stehe daher hinter der Kampagne „Gelber Hund“ und hoffe, dass die Aktion immer bekannter wird.

www.gulahund.de