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Bergen Ortsteile Größte Biogasanlage im Landkreis
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Ortsteile Größte Biogasanlage im Landkreis
17:51 29.06.2012
Von Christoph Zimmer
Silagehaufen in Wohlde Quelle: nicht zugewiesen
Wohlde

Nur die endgültige Genehmigung des Gewerbeaufsichtsamtes fehlt noch für den Bau der geplanten Biogasanlage in Wohlde. „Es sind Kleinigkeiten, die geklärt werden müssen“, sagte Stephan Ahrens, „eigentlich will ich mich nicht auf ein genaues Datum festlegen, aber ich hoffe, dass alles bald geregelt ist und wir anfangen können.“ Gemeinsam mit Christian Brockmann und Manfred Hemme will er die Anlage bauen und als Gesellschaft betreiben. Mit einer maximalen elektrischen Leistung von 1,5 Megawatt wäre es derzeit die größte Biogasanlage im Landkreis Celle. So lange die Biogasanlage in Walle noch nicht gebaut ist. Allerdings wollen die drei Landwirte erst einmal nur eine Anlage mit einem Megawatt bauen. „Aber wir wollen uns die Möglichkeit offen lassen, die Biogasanlage zu erweitern, wenn wir feststellen sollten, dass der Bedarf da ist“, so Ahrens.

Die endgültige Genehmigung vorausgesetzt, würde die Anlage auf einer Fläche von zwei Hektar entstehen. Auf 300 Hektar würden Energiepflanzen wie Mais, Grünroggen und Zuckerrüben angebaut werden, sagte Ahrens. Im gesamten Landkreis ist der Anbau von Mais gerade um 245 Hektar zurückgegangen. Bis zu zwei Blockheizkraftwerke sollen an der Anlage gebaut werden. Wie die Wärme genutzt werden könnte, steht noch nicht fest. „Das sind ungelegte Eier“, sagte Ahrens, „wir müssen die Anlage erst einmal in Gang schieben und dann gucken, was da für Kosten auf uns zukommen würden.“

Angedacht ist, die Abwärme für die Beheizung von Wohnhäusern in Wohlde zu nutzen. „Aber es gibt noch viele Fragen, die geklärt werden müssen“, so Ahrens. Beispielsweise diese: Wer den Bau des entsprechenden Nahwärmenetzes bezahlen würde, die Gesellschaft, die die Biogasanlage betreibt, oder die Gemeinschaft? Er sei jedenfalls schon „von vielen Bürgern angesprochen worden“, die an einer Beheizung durch die Biogasanlage „großes Interesse“ hätten, sagt Ahrens.

Allerdings gab es nicht nur Interesse an der Wärme, Bürger äußerten in der vergangenen Woche auch heftige Kritik an den Plänen. Sie seien nicht ausreichend informiert worden, sagte ein Bürger, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Ein anderer, der ebenfalls nicht genannt werden will, befürchtet, dass aus den für die geplante Großanlage gelagerten Silohaufen, die im Umkreis von Wohlde bereits seit einiger Zeit gelagert werden, Sickerwässer austreten und Umweltschäden entstehen könnten.

„Das ist keine Nasssilage“, beruhigt Ahrens, die Lagerung der Silohaufen sei in der Übergangsphase geduldet. Wenn die Großanlage stehe, werde sie „natürlich auf befestigten Siloplatten gelagert“. Außerdem werde Mais grundsätzlich trocken geerntet und gelagert. Natürlich müsse man den Einzelfall sehen, sagte Martin Albers. „Aber wenn die Regeln eingehalten werden, ist davon auszugehen, dass es keine Gewässerverunreinigung gibt“, so der Geschäftsführer des Landvolks im Kreisverband Celle.

Der geplante Bau der Biogasanlage hatte für Diskussionen auch in der Politik gesorgt. Für das Projekt sprach sich der Ortsrat von Wohlde aus, die SPD in Bergen lehnte die Pläne allerdings ab mit dem Argument, dass es bereits genug Anlagen in Bergen und im Landkreis gebe und dass der Maisanbau die Monokultur in der Landwirtschaft weiter verstärken würde. Daraufhin wurde in Bergen ein Beschluss verabschiedet, dass über die laufenden Projekte hinaus keine genehmigungspflichtigen Anlagen mehr die Zustimmung bekommen werden.