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Bergen Ortsteile Große Unsicherheit bei den britischen Soldaten
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Ortsteile Große Unsicherheit bei den britischen Soldaten
20:53 03.11.2010
In familiärer Clubatmosphäre verlief der Abend, jedoch bildete der angekündigte Abzug das zentrale Gesprächsthema Quelle: Udo Genth
Offen

Der Deutsch-Britische Club Offen wurde am 23. Januar 2009 aus der Taufe gehoben. Er kann damit in knapp drei Monaten sein zweijähriges Bestehen begehen. Wie es dann aber weitergeht angesichts der Abzugspläne der Streitkräfte Ihrer Majestät, wusste Hasso Holz nicht zu sagen. Nach seiner Erfahrung bleiben immer ein paar Briten zurück, so dass der allgemeine Abzug nicht zwangsläufig zum Ende des Clubs führen muss. „Man wird sehen“, lautete seine vorsichtige Einschätzung.

Das Thema Abzug aus Deutschland beherrschte zu einem großen Teil die Gespräche der britischen Gäste untereinander. „Ich bin mit meiner Frau seit 20 Jahren hier“, sagte Dave Spring. Beide sind Zivil-angestellte bei den Streitkräften. Das Ehepaar lobte Deutschland, zu dem es offenbar eine tiefe Neigung entwickelt hat. Die Ordnung sei bemerkenswert, die Deutschen sind pünktlich, alles ist sauber – diese Eigenschaften zählten die Springs auf. Zuhause, also in Großbritannien, erwarte sie wohl erstmal Arbeitslosigkeit.

Ganz ähnlich beurteilte ein britischer Offizier, der seinen Namen nicht in der Zeitung genannt haben wollte, die Lage. Er werde bald pensioniert und werde dann in Deutschland bleiben, lautete seine Perspektive. Ganz allgemein belastete die Unsicherheit, wann welche Truppenteile abgezogen werden, die anwesenden Briten. Erst im März würden Einzelheiten bekannt gegeben, bis dahin übe man sich in hoffnungsvoller Geduld, war allenthalben zu hören.

Heute schon sind der Besitzerin des Landhotels Michaelishof, in dem der Club zusammenkam, die Folgen des Abzuges klar. „Das wird ein schwerer Schlag“, meinte Karola Syring. Rund die Hälfte ihrer Übernachtungen würde in Zusammenhang mit den britischen Soldaten in Bergen stehen, ebenso ein Großteil der Gäste im Restaurantbereich. „Die Briten und ihr Anhang waren alles nette, freundliche Leute“, charakterisierte die Wirtin ihre Gäste, „ sie waren in unserem Haus immer gern gesehen.“ Das klang schon ein wenig nach Abgesang.

Von Udo Genth