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Bergen Ortsteile Hilfe für Torben Kroll: Krankenkasse übernimmt nun doch Kosten für benötigte Hilfsmittel
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Ortsteile Hilfe für Torben Kroll: Krankenkasse übernimmt nun doch Kosten für benötigte Hilfsmittel
18:09 22.02.2012
Torben Kroll, neue Hilfen Quelle: Amelie Thiemann
Sülze

SÜLZE. Lächelnd sitzt Torben Kroll aus Sülze in seinem neuen Rollstuhl. Lange Stangen ermöglichen ihm das Bremsen, die Sitzfläche macht es ihm bequemer. Dass er ihn hat, war lange nicht selbstverständlich. Seine Krankenkasse IKK Classic zeigte sich lange unkooperativ, wenn sie Kosten für benötigte Hilfsmittel übernehmen sollte. Die Cellesche Zeitung berichtete in der Weihnachtszeit.

Seit einem Unfall am vergangenen Vatertag ist Torben nicht mehr derselbe: Er sprang in einen Badesee, knallte auf eine Wurzel – und konnte sich nicht mehr bewegen.

Seit Dezember ist Torben wieder zu Hause. Seine Eltern bauten ein Zimmer im Erdgeschoss für ihn um, das Badezimmer wurde renoviert und an Torbens Bedürfnisse angepasst. Nur die Krankenkasse spielte nicht mit, weigerte sich, ein größeres, stabiles Bett und einen dazugehörigen Deckenlifter zu bezahlen. Nicht einmal ein besonderes Schneidebrettchen, damit Torben sich selbst etwas zu Essen machen könnte, wollte die Kasse übernehmen.

Einige Tage nach dem Bericht in der CZ bekam Familie Kroll Besuch vom IKK Regionaldirektor Holger Unverricht. „Die Wogen haben sich erst einmal geglättet“, berichtet Vater Frank Kroll. Unverricht habe Torbens Akten mitgebracht, sich die Situation angesehen und sofort gehandelt. Torben bekam ein neues Bett, das stabiler und 20 Zentimeter länger ist als das alte, ein Schneidebrett, den hilfreichen Deckenlifter. „Von 17 Objekten, die die Krankenkasse bewilligen kann, fehlen nur noch zwei“, sagt Frank Kroll, strahlt. Und es sieht gut aus: Auch die fehlenden zwei Hilfsmittel werden voraussichtlich bewilligt. Er ist erleichtert, dass IKK Classic letztendlich doch geholfen hat.

Auch Torbens Freunde helfen ihm. Sie sammelten Geld, damit Torben sein neues Zimmer im Erdgeschoss wohnlich einrichten konnte. Auch einen Computer konnte er von dem Geld kaufen, um mit seinen Freunden leichter in Kontakt zu bleiben. Auf einem gelben Plakat mit Unterschriften und Bildern vieler Freunde steht in großen Lettern: Wir sind immer für dich da. „Für ihre Hilfe bin ich sehr dankbar“, betont Torben.

Auch wenn viel passiert ist, Familie Kroll ist weiterhin auf die Kooperation der Krankenkasse angewiesen. Immer neue Hilfsmittel werden benötigt, um Torbens Therapie zu unterstützen und sein Leben zu erleichtern. Zurzeit testet er ein Motomed, ein Gerät, an dem er seine Arm- und Beinmuskeln trainieren kann. Torbens Spastiken werden deutlich weniger, wenn er das Gerät benutzt. „Und ich bin schneller im Rolli unterwegs“, sagt Torben. Er trainiert zweimal am Tag. „Das tut mir gut. Manchmal hab ich danach einen kleinen Muskelkater“, erzählt Torben und lächelt. Vater Kroll hofft, dass die Kosten von 4600 Euro von der Kasse übernommen werden. Auch neue Therapiemaßnahmen wie Reiten und Bewegungsbäder soll Torben nutzen können. „Wir hoffen, dass die Krankenkasse auch in Zukunft hilfsbereit ist.“

Amelie Thiemann

Von Amelie Thiemann