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Bergen Ortsteile Keine Eisenwaren mehr in Sülze
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Ortsteile Keine Eisenwaren mehr in Sülze
19:59 31.03.2015
Inge und Harry Hilzenbecher in ihrem Laden. Quelle: Sonja Richter
Sülze

In den vergangen Tagen hat sich Hilzenbecher in gewohnter Liebenswürdigkeit und gut gelaunt um die letzten Kunden gekümmert, die ins Geschäft gekommen sind. Manche begrüßte er schon draußen vor der Tür, jeder wurde individuell betreut, Hilzenbecher führte ihn an die richtige Stelle, beriet, welche Schraube oder welche Maurerkelle für den gewünschten Zweck die richtige oder beste war. Er kennt sich aus, hat er doch früher als Tischler und später in einer Celler Eisenwarenhandlung gearbeitet, bevor er in den zunächst von seiner Frau geführten Laden einstieg.

Locker ist der Umgangston, Hilzenbecher ist mit den meisten Kunden per du. Man kennt sich halt in dem kleinen Dorf. Allerdings hat der Laden nicht nur lokale Kundschaft, sondern, wie die Inhaber stolz berichten, aus dem ganzen Landkreis. Geschätzt werde die gute Beratung, dass man die Schrauben auch einzeln bekommt und dass man hier auch das findet, was man anderswo vergeblich sucht. „Wir haben alles, was Sie brauchen. Was wir nicht haben, das brauchen Sie auch nicht“, verkündet bereits ein großer Zettel an der Ladentür. Man glaubt es sofort, wenn man die unzähligen Zangen aller Art, Schraubenschlüssel, Scharniere, Fahrradreifen, Gießkannen, Backformen, bis hin zu Mausefallen traditioneller und moderner Bauart sieht, die in den vollgestopften Regalen des etwa 60 Quadratmeter großen Ladens stehen, liegen oder hängen.

„Hier hat man wirklich alles bekommen“, schwärmt auch Jörn Falkowski aus dem Nachbardorf Huxal, der gerade ein neues Schloss für seinen Schuppen braucht, und geduldig wartet, bis Hilzenbecher auch den passenden Schlüssel parat hat.

„Der Kontakt mit den Kunden wird mir fehlen“, meint Harry Hilzenbecher. Trotzdem freuen er und seine Frau sich darauf, nicht mehr jeden Tag im Laden zu stehen, sondern bald auch mal „in Ruhe einen Kaffee trinken zu können“.

Von Sonja Richter