Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Bergen Ortsteile Landwirte setzen Drohnen als vielseitige und moderne Werkzeuge ein
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Ortsteile Landwirte setzen Drohnen als vielseitige und moderne Werkzeuge ein
17:25 15.06.2017
Benjamin Burges demonstriert, welche Möglichkeiten ein Hexacopter Landwirten eröffnet. Mit bis zu 54 Stundenkilometern kann die Drohne über die landwirtschaftlichen Flächen hinweg fliegen und Daten sammeln. Quelle: Lothar H. Bluhm
Wohlde

Der Hexacopter XR6 ist ein präzises und vielseitiges Werkzeug. „Mit einer vielfältigen Sensorik wie Multispektralkameras ist es möglich, Applikationskarten zu erstellen oder auch Volumenbestimmung von Siloanlagen und Halden vorzunehmen sowie Wild-, Hagel- oder Schädlingsschäden genau und präzise zu erfassen und gegebenenfalls Gegenmaßnahmen einzuschätzen“, sagt Burges, der KWS-Kunden, Landwirten und Beratern den unbemannten Flugkörper nahebringt. „Es geht immer um Innovationen, die die Landwirte nutzen sollen.“ So könne manche Arbeit erleichtert werden. Außerdem könnten die Aufnahmen der Drohnen Entscheidungsprozesse beschleunigen.

Landwirtschaftliche Betriebe bemühen sich immer wieder, den Einsatz von Düngern und Spritzmitteln zu optimieren. Durch unterschiedliche Methoden können Düngebedarf oder Schädlingsbekämpfungen ermittelt werden. Eine Möglichkeit besteht im computergesteuerten Überfliegen von Ackerschlägen und landwirtschaftlichen Flächen.

„Die Roboter in der Agrartechnik nehmen immer mehr zu“, weiß Burges und spricht von Agribots. „Drohnen in der Landwirtschaft bieten ein erhebliches Potenzial an Effizienzsteigerungen. Aus meiner Sicht sind ganz wesentlich die Teilflächenspezifik, die man damit abdecken kann, und die hohe Flexibilität, die der Landwirt damit ermöglicht bekommt.“

Die Entwicklung der Technik bleibt nicht stehen: In den vergangenen Jahren hat sich sehr viel in den Bereichen Akkutechnik, Sensorik, Größe, Gewicht und Kosten getan. „Unsere Systeme sind auch für kleinere Betriebe und Landwirte interessant. Und natürlich für Lohnunternehmer, die für Berufskollegen Dienstleistungen erbringen.“ Fest stehe aber, dass die Drohne erstmal nichts kann, was der Landwirt nicht kann. „Die Drohne ist ein Hilfsmittel für den Landwirt, um gesetzliche Anforderungen besser abzubilden, wenn man an Stickstoffbilanzen denkt. Die Drohne kann helfen, die Verteilung besser zu organisieren, um Verluste oder Schäden zu vermeiden.“ Ein Landwirt mit sehr heterogenen oder neuen Flächen könne die Informationen einer Drohne gut umsetzen: Bei der Drohne handelt es sich um ein „fliegendes Auge“ – ausgestattet mit Autopilot und GPS. Selbst bei Windgeschwindigkeiten bis 50 Stundenkilometern und leichtem Regen ist der Einsatz möglich. Bei Flugzeiten bis 35 Minuten können schon recht große Flächen beflogen werden, denn die Fluggeschwindigkeit beträgt bis zu 54 Stundenkilometer. Auch bei Wildschäden lassen sich Drohnen einsetzen. Hochpräzise können so Flächen eingemessen und bestimmt werden, um Schadensregulierung zu vereinfachen.

„Wenn man an die Zukunft denkt, kann man sich auch vorstellen, dass die Drohne mit Anbaugerät oder Schlepper direkt kommuniziert und entsprechend Daten, Werte oder Applikationswerte unmittelbar an die Anbaugeräte wie Düngerstreuer oder Spritzen weitergibt“, entwickelt Burges Perspektiven. „Wir versuchen, für den Landwirt einen Mehrwert zu generieren.“ Tagesaktuell und flexibel könnten so durch verschiedene Sensorsysteme Wachstumsbestimmungen und -indizes, thermale Auswertungen und benutzerdefinierte Auswertungsalgorithmen vorgenommen werden.

Von Lothar H. Bluhm