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Bergen Ortsteile Maisernte im Celler Land ist in vollem Gange
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Ortsteile Maisernte im Celler Land ist in vollem Gange
17:12 29.09.2017
Quelle: Oliver Knoblich
Diesten

Der Großteil der Celler Maisernte landet in Biogasanlagen. Zu Viehfutter werden nur rund 2500 Hektar Mais verarbeitet. Zuckermais spiele hingegen fast keine Rolle, sagt Mente. „Der wird nur in ganz geringen Mengen von Landwirten mit Hofläden angebaut.“ Auch Körnermais, der erst im November geerntet wird und bei dem nur die Kolben verwendet werden, mache im Landkreis nur rund 400 Hektar aus.

Dieses Jahr habe der Mais optimale Wachstumsbedingungen gehabt. „Wir hatten reichlich Feuchtigkeit und brauchten nicht zu beregnen“, sagt Mente. Einige Felder seien zwar vom Sturm in Mitleidenschaft gezogen worden, doch das sei nicht allzu schlimm, relativiert er: „Diese Felder werden zuerst geerntet.“

In der Regel ernten die Landwirte ihren Mais nicht selbst, sondern überlassen das Maschinenringen, zum Beispiel dem Maschinenring Hermannsburg-Bergen. Der Grund ist einfach: „Die Maschinen sind für den Einzelnen nicht kostendeckend“, sagt Gero Luttermann von der Landberatung Hermannsburg-Bergen. Bis zu dreieinhalb Hektar könne ein großer Häcksler pro Stunde ernten.

Luttermann geht wie Mente von einer überdurchschnittlichen Maisernte aus. Allerdings gestalte sich diese schwierig, da die Maispflanzen teilweise abgeknickt seien. Hinzu komme das weiterhin feuchte Wetter, ergänzt Mente: „Für die Ernte sollten die Maisfelder trocken sein.“ Ansonsten würden die schweren Fahrzeuge mit ihren Anhängern tiefe Spuren und Bodenverdichtungen im Acker hinterlassen, sodass dieser hinterher wieder gelockert werden müsste – „Befahrbarkeitsprobleme“, nennt es Luttermann nüchtern.

Der Energiemais für die Biogasanlagen wird als ganze Pflanze gehäckselt. „Nicht die Höhe der Pflanze, sondern der Kolbenanteil ist entscheidend“, erläutert Mente. Mehr gut ausgereifte Kolben bedeuteten eine höhere Energiedichte. In Mentes Biogasanlage, die rund 400 Haushalte mit Strom versorgt, wird neben Mais- und Gras-Silage auch Gülle von seinen rund 700 Schweinen eingesetzt. 250 Kilowatt pro Stunde werden so erzeugt.

Die Gefahr der „Vermaisung“ sieht Mente für den Landkreis nicht. „Seit vier bis fünf Jahren hat sich die Menge bei etwa 14.000 Hektar eingependelt“, sagt der Kreislandwirt. Diese Deckelung habe das Erneuerbare-Energien-Gesetz bewirkt. Bei der Gas-Ausbeute sei der Mais weiterhin unübertroffen. „An dem kommt man bisher nicht vorbei“, stellt Mente heraus.

Von Amelie Thiemann