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Bergen Ortsteile Optimales Düngen in Wardböhmen
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Ortsteile Optimales Düngen in Wardböhmen
16:46 06.06.2017
Henning Buhr zeigtseinen N-Tester. Quelle: Lothar H. Bluhm
Wardböhmen

WARDBÖHMEN. Wie Buhr bei seiner Arbeit immer wieder feststellt, ist das taschenrechnergroße Gerät einfach zu handhaben: „Es misst treffsicher und schnell und liefert so eine akkurate feldspezifische Empfehlung für eine angepasste Düngung während der Saison.“ So könnten die Erträge erhöht, die Stickstoff-Ausnutzung verbessert und gleichzeitig die Umwelt geschont werden, findet Buhr. Der Ernährungszustand der Pflanzen bestimme den Zeitpunkt und die Menge der Düngung.

Mit dem N-Tester liegen bereits langjährige Erfahrungen vor. Ergebnis: Durch das Ausbringen der angepassten Stickstoff-Menge im Getreide könne ein besserer Ertrag und eine bessere Qualität geerntet werden. Die Sicherstellung des Proteingehaltes im Korn habe erhebliche Auswirkung auf den Ertrag des Getreides. „Die Versuche haben gezeigt, dass durch die Nutzung des N-Testers erhöhte Proteingehalte im Korn erzielt werden können. Das ist für die Getreidekäufer ein wichtiges Preiskriterium“, erläutert Buhr.

Natürlich kann der erfahrene Landwirt vieles auch mit dem Auge beurteilen, aber: „Man muss auch mal über den Tellerrand hinaus gucken und ans Grundwasser denken“, sagt Buhr und ergänzt: „Ich bin schon immer für innovative Sachen offen und versuche, den Fortschritt zu berücksichtigen.“

Der Stickstoff-Düngungsbedarf sei niemals gleich und könne sich in Abhängigkeit von Feld und Jahr erheblich unterscheiden. „Mit dem N-Tester-Monitoring kann ich sehr gut den Verlauf der Stickstoffaufnahme im Bestand verfolgen.“ Dazu sollte unmittelbar vor der zweiten Stickstoff-Gabe oder rund zwei Wochen danach mit der Messung begonnen werden. Mit den wiederholten Messungen und der Dokumentation von Niederschlägen und ausgebrachten Stickstoff-Mengen könne gut verfolgt werden, wann wieder Bedarf für eine Nachdüngung besteht. „Wichtig ist, den Ausgangszustand zu dokumentieren.“

Genau so sieht das auch Beraterin Daniela Biernoth von der Ingenieursgemeinschaft für Landwirtschaft und Umwelt in Göttingen: „Wir bieten den Landwirten unsere Unterstützung zum grundwasserschonenden Pflanzenbau und zum betrieblichen Wirtschaftsdüngermanagement an.“ Es gelte, die Schadstoffeinträge in Gewässer zu vermindern und somit auch die Qualität des Grundwassers zu verbessern. Da sei ein N-Tester sehr hilfreich: „Genau die richtige Dosierung ist wichtig“, sagt die Masterabsolventin für den Agrarbereich. Aber: „Das Gerät befreit uns nicht davon, noch einmal selbst nachzudenken“, relativiert Henning Buhr die N-Tester-Ergebnisse. Sie seien allerdings ein wichtiger Beitrag zum Precision Farming, zum bewussten Wirtschaften.

Von Lothar H. Bluhm