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Bergen Ortsteile Schießkino zieht von Scheuen in ehemalige Gaststätte nach Grünewald
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Ortsteile Schießkino zieht von Scheuen in ehemalige Gaststätte nach Grünewald
21:56 12.05.2014
das Schießkino aus Scheuen wird wohl bald in den Nordkreis umziehen. Die Waffen-Alms GmbH hat die ehemalige Gaststätte Grünewald an der B3 gekauft und will dort ihr Geschäft aus Bergen hin verlagern. Quelle: Benjamin Westhoff
Grünewald

GRÜNEWALD. Lange Zeit war die alte Gaststätte Grünewald ein Schandfleck an der Bundesstraße 3. Nachdem der Landkreis 2008 einen Rotlichtbetrieb in dem Gebäude geschlossen hatte, stand es leer.Doch das soll sich jetzt ändern. Die neu gegründete Waffen-Alms GmbH hat die Immobilie erworben und plant dort eine Erweiterung ihres Betriebes, der bisher in Bergen an der Bahnhofsstraße seinen Sitz hat. „Wir sind nicht auf einen Platz in der Stadt angewiesen, denn wir haben kaum Laufkundschaft. Die Leute kommen ganz gezielt zu uns”, sagt Bastian Majerke, Geschäftsführer der neuen GmbH. Heute wollten die Kunden ihre Waffen ausprobieren, daher soll dort ein Schießstand gebaut werden.Für Diskussionen und Nachfragen sorgt aber bereits der Plan, auf dem Gelände das jetzt noch im Schießpark in Scheuen befindliche Schießkino wieder aufzubauen. Das Kino ist bisher eine der wichtigsten Attraktionen des Schießparkes und gehört den Majerkes. Dort wurde Rolf Majerke aber der Betreibervertrag zum 30. Juni dieses Jahres gekündigt. Hintergrund ist wohl der Streit um unterschiedliche Vorstellungen beim Geld.Mit dem Schießkino will Bastian Majerke nicht nur Waffenscheinhaber, sondern auch andere potenzielle Kunden ansprechen: „Unter Aufsicht können das auch Laien machen.” Zudem ist nicht nur der scharfe Schuss, sondern auch der Einsatz von Lichtpunktgewehren möglich. Majerke betont aber, dass er seine Investition nicht als Konkurrenz zum Schießpark in Scheuen sieht. „Es geht vor allem darum, den Kunden einen kompletteren Service zu bieten, und wir platzen mit unserem jetzigen Betrieb aus allen Nähten”, so der Geschäftsführer. Zur Investitionshöhe will er sich nicht genau äußern, sie ist aber auf jeden Fall sechsstellig. Der Umbau soll beginnen, sobald die Formalitäten, sprich die Änderung des Flächennutzungsplans, der Bebauungsplan und der Bauantrag erledigt sind.Aus der Berger Politik kommt Unterstützung, auch wenn man dort sowohl die Konkurrenzsituation zu Scheuen als auch die Vergangenheit des Gebäudes durchaus im Blick hat. Der Stadtentwicklungsausschuss empfahl die Änderung des Flächennutzungsplans bereits. „Wir möchten aber festlegen, dass dort nicht irgendwelche anderen Betriebe angesiedelt werden können”, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Rüdiger von Borcke und hatte dabei wohl den Rotlichtbetrieb von 2008 im Hinterkopf, auch wenn er das so nicht bestätigen wollte.Die CDU-Fraktionsvorsitzende Claudia Dettmar-Müller meint, dass „dies zunächst eine gute Investition ist, mit der ein Schandfleck in Bergen verschwindet und sich ein Betrieb erweitern kann. Alles andere hat uns bei dieser Entscheidung in Bergen zunächst nicht zu interessieren”, so Dettmar-Müller.

Von Tore Harmening