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Bergen Ortsteile Gedenkstätten müssen Stellung beziehen
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Ortsteile Gedenkstätten müssen Stellung beziehen
17:27 27.12.2018
Quelle: David Borghoff
BERGEN-Belsen

Die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten will im neuen Jahr zwei neue Ausstellungsstätten eröffnen und plant Sonderschauen etwa zur Geschichte des Konzentrationslagers Bergen-Belsen aus der Perspektive eines Überlebenden. „Wir beobachten weiterhin ein besorgniserregendes Abdriften der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung nach rechts“, sagte Stiftungsleiter Jens-Christian Wagner: „Das bedeutet für die Gedenkstätten, dass wir deutlicher Position beziehen müssen.“

Geschichtsrevisionismus auf politischer Agenda

Selbst aus der Mitte der Gesellschaft werde gegen Minderheiten wie Geflüchtete, Juden, Muslime oder Sinti und Roma gehetzt. „Auch der Grundkonsens der Bundesrepublik, sich kritisch mit den NS-Verbrechen auseinanderzusetzen, wird zunehmend infrage gestellt“, sagte Wagner. Insbesondere in der AfD sei Geschichtsrevisionismus ein wesentlicher Bestandteil der politischen Agenda. Ziel der Gedenkstättenarbeit bleibe deshalb, ein reflektierendes Geschichtsbewusstsein zu fördern und für heutige Formen der Diskriminierung und Verfolgung zu sensibilisieren.

Für die KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen steht eine Erweiterung an. Dafür hat die Stiftung ein Gebäude auf dem angrenzenden früheren Truppenübungsplatz übernommen. Auf dem Gelände befand sich zunächst eine Kaserne der Nationalsozialisten und seit 1940 die Kommandantur des angrenzenden Kriegsgefangenenlagers. Ab 1945 waren Gefangene des Konzentrationslagers dort in einem Zweiglager inhaftiert. Nach der Befreiung Bergen-Belsens im April 1945 lebten auf dem Gelände heimatlos gewordene ehemalige KZ-Häftlinge, die auf eine Möglichkeit warteten, Deutschland zu verlassen.

74. Jahrestag der Befreiung Bergen-Belsens

Zum 74. Jahrestag der Befreiung Bergen-Belsens übergebe der Staatssekretär Peter Tauber das Gebäude am 28. April offiziell an die Stiftung, sagte Wagner. Bis etwa 2024 der Umbau komplett abgeschlossen sei, informiere dort eine Werkausstellung über die Geschichte der Kaserne. Die Gedenkstätte plant zudem eine Sonderausstellung mit Dokumenten des Bergen-Belsen-Überlebenden Shaul Ladany aus Israel. Ladany war 1944 als Achtjähriger in dem Lager interniert, in dem mehr als 52.000 KZ-Häftlinge umkamen. In September 1972 überlebte der Leichtathlet zudem das Massaker der palästinensischen Terrorgruppe „Schwarzer September“
an der israelischen Mannschaft während der Olympischen Spiele in München.

Neues Dokumentationszentrum in Wolfenbüttel

Die Stiftung will außerdem Ende August das neue Dokumentationszentrum in der Gedenkstätte der Justizvollzugsanstalt Wolfenbüttel eröffnen. Erstmals würden dort umfassend die Geschichte der Justiz und des Strafvollzugs in der NS-Zeit sowie die Übergänge und Brüche nach 1945 dargestellt. „Für die Entwicklung der Gedenkstätte Wolfenbüttel ist das ein Quantensprung, der sie zu einer zentralen Justiz-Gedenkstätte in der Bundesrepublik machen wird“, sagte Wagner. Der auf mehr als fünf Millionen Euro veranschlagte Umbau hatte 2016 begonnen. Die Gedenkstätte erinnert seit 1990 an die Opfer nationalsozialistischer Justiz.

Von epd

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