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Bergen Ortsteile Verkehrsader in Eversen wird gekappt
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Ortsteile Verkehrsader in Eversen wird gekappt
21:50 06.05.2015
Derzeit gibt es bereits eine halbseitige Sperrung. Im Juni wird die Örtzebrücke in Eversen komplett gesperrt. Quelle: Benjamin Westhoff
Eversen

Für Eversen und den gesamten Pendlerverkehr in den Norden bedeutet das große Probleme. „Das wird den Ablauf hier im Dorf ganz schön auf den Kopf stellen. Wir werden faktisch zweigeteilt“, sagt Ortsbürgermeister Gerd Friedrich. Er und auch Bergens Ordnungsamtsleiter Frank Heins machen keinen Hehl daraus, dass sie sich eine Lösung gewünscht hätten, bei der eine weitere Befahrung möglich gewesen wäre, zumal Rettungsfahrzeuge weiterhin über die Brücke fahren dürfen. „Warum dass dann nicht mit anderen Autos geht, erschließt sich mir auf den ersten Blick nicht. Da hätte ich mir schon ein bisschen mehr Öffentlichkeitsarbeit gewünscht“, so Heins.

Er hatte versucht, bei der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr noch eine einspurige Verkehrsführung zu erreichen, hatte aber auch mit dem Hinweis unter anderem auf das große Sägewerk keinen Erfolg. Der Ortsbürgermeister sieht unter anderem Probleme für den Schülertransport und Eltern, die Kinder in der Grundschule und im Kindergarten haben. „Die müssen dann riesige Umwege in Kauf nehmen oder mit dem Fahrrad fahren“, sagt Friedrich. Denn für Fußgänger und Radfahrer soll die Brücke offen sein. Probleme dürfte es auch für den einzigen Vollerwerbslandwirt in Eversen geben, der seinen Hof und Stallungen auf der jeweils anderen Seite des Flusses hat.

Um die Probleme abzumildern, gab es bei der Stadt Überlegungen, die beiden Holzbrücken in Diesten und Feuerschützenbostel für die Zeit der Sperrung freizugeben. Sie sind für Fahrzeuge bis 16 Tonnen geeignet, dürfen aber normalerweise nur durch landwirtschaftliche Fahrzeuge genutzt werden. „Allerdings ist das ein Problem, weil bei einer Freigabe alle darüber fahren und dadurch auch dort Schäden entstehen.“

Wie Werner Fricke von der Straßenbaubehörde sagte, gibt es keine Möglichkeit, eine einspurige Verkehrsführung auf der Eversener Brücke einzurichten, obwohl dieses rein technisch offenbar möglich ist. Der Grund sind die Arbeitssicherheitsvorschriften. „Diese schreiben bestimmte Abstände des fahrendes Verkehrs vor und die können auf der Brücke wegen der engeren Fahrspuren nicht eingehalten werden“, so Fricke. Die Rettungsfahrzeuge dürften auch nicht in hohem Tempo über die Brücke fahren, sondern dürfen sich nur langsam ohne Martinshorn über das Bauwerk vorwärtsbewegen.

Fricke geht davon aus, dass der eine Monat ausreicht, um das Bauwerk zu sanieren. Die Kosten liegen bei 370.000 Euro. Unglücklich finden die Verantwortlichen der Stadt Bergen, dass die Umleitung erst ab Hustedt und nicht schon ab Groß Hehlen ausgeschildert wird. Dadurch würden viele den unnötigen Schlenker bis Hustedt fahren.

Von Tore Harmening