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Bergen Ortsteile Wieder Benzol-Verdacht im Kreis Celle
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16:38 08.06.2012
Von Simon Ziegler
Der Blick von S¸den zeigt RWE Becklingen Z1 (links) und die danebenliegende Baustelle. Quelle: Udo Genth
Becklingen

Nach der gestrigen Veröffentlichung, wonach auf dem Betriebsplatz der Erdgasbohrung Becklingen Z1 der RWE Dea AG Lagerstättenwasser ausgetreten ist, hat das Landesamt eingeräumt, dass vermutlich Benzol freigesetzt wurde. "Ein Bestandteil des Lagerstättenwassers ist Gaskondensat, dieses enthält Benzol", sagte Rochus Rieche, Referatsleiter Bergaufsicht beim LBEG.

Nach seiner Darstellung sei eine zuvor stillgelegte Förderbohrung am Mittwoch um 17 Uhr wieder in Betrieb genommen worden. Danach seien aus einem etwa 5 Millimeter großen Loch in einem Stahlrohr bis Donnerstagmorgen mehrere hundert Liter Lagerstättenwasser ausgetreten. Die Flüssigkeit habe sich auf einer asphaltierten Fläche gesammelt. Ein Teil sei verdunstet. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die benzolhaltige Flüssigkeit ins Erdreich gelangt sei, so Rieche.

Ende März waren bei Nienhagen an einer Leitung im Boden einer Erdöl-Förderstätte erhöhte Benzolwerte gemessen worden. Befürchtet wurde eine Kontaminierung des Grundwassers. Der Mineralölkonzern ExxonMobil hat inzwischen erklärt, dass Messungen diese Belastung nicht ergeben hätten.

Bei der Gewinnung von Öl und Gas fällt Lagerstättenwasser an. Dabei handelt es sich um Wasser, das natürlicherweise in einer Lagerstätte vorkommt. Es wird entweder zurückgepumpt oder über Flüsse entsorgt. Rieche betonte, dass im Unterschied zu Nienhagen das Rohr in Becklingen nicht im Boden war, die Belastung daher geringer sein dürfte. Ergebnisse der Analysen werden für Anfang kommender Woche erwartet. Benzol kann Leukämie verursachen.