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Bergen Stadt 30 Jahre Stadthaus
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt 30 Jahre Stadthaus
13:03 27.02.2015
Stadthaus Bergen / Dr. Helmut Wegner erinnert sich an Planung der Baumaßnahme. Quelle: Susanne Zaulick
Bergen Stadt

In diesem Jahr wird das 30-jährige Bestehen des Stadthauses gefeiert. Die Ursprünge des Gebäudes reichen allerdings bis ins 17. Jahrhundert zurück. Dass dieses Bürgerhaus in seiner heutigen Form für gesellschaftliche und kulturelle Veranstaltungen, für politische Debatten und private Feiern zur Verfügung steht, ist den Bergener Kommunalpolitikern der 70iger und 80iger Jahre des 20. Jahrhunderts zu verdanken. Sie haben in unzähligen Sitzungen des „Stadthaus-Aussschusses“ über fast zehn Jahre hinweg um eine optimale und bezahlbare Lösung gerungen.

Dr. Helmut Wegner blättert in einem dicken grünen Aktenordner, der die Protokolle von damals enthält. Der ehemalige Ratsherr der CDU und Ehrenbürgermeister war Vorsitzender des Stadthaus-Ausschusses, der 1977 gegründet wurde. „Ich war der Meinung, dass wir was haben müssen, was für alle zugänglich ist“, sagt der gebürtige Hamburger rückblickend. Diese Meinung vertraten so oder ähnlich auch seine Ratskollegen - auch wenn darunter, wie sich schon bald herausstellte, jeder etwas anderes verstand. Mitglieder der SPD hatten sich zu einer Freien AG Freizeitzentrum Bergen zusammengeschlossen und strebten ein Jugend- und Begegnungszentrum an. Weil Mitglieder der CDU/FDP-Gruppe zeitweise auch über einen privat betriebenen Saal nachdachten, witterten AG-Mitglieder gar einen „Fürstenhof in Bergen“.

Als künftiges Stadthaus ins Auge gefasst hatte man schon früh das ehemalige Amtsgericht, das seit 1973 leerstand und durch die Stadt für 400.000 Mark erworben worden war. Das Grundstück des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes bot sich für einen Anbau an.

Richtig hoch her ging es in den Diskussionen als der damalige Stadtdirektor Günther Grabow die Idee einbrachte, anstelle der Bürger und ihrer Veranstaltungen die Stadtverwaltung im ehemaligen Amtsgericht unterzubringen. Damit einher ging in den Köpfen einiger CDU-Mitglieder die Vorstellung, auf dem Grundstück des ehemaligen Hotel Hartung (heute der Platz vor dem Rathaus) ein Hotel mit Saal in privatwirtschaftlicher Trägerschaft zu forcieren.

Dass ein Saal her musste, stand außer Zweifel. Schließlich stand keiner der drei zuvor genutzten Säle im Hotel Hartung, im Deutschen Haus und bei Michaelis mehr zur Verfügung.

Der Vorschlag, die Stadtverwaltung im ehemaligen Amtgericht anzusiedeln, wurde am Ende abgeschmettert und 1982 war es soweit, dass ein Architektenwettbewerb gestartet werden konnte. 96 Entwürfe wurden eingereicht.

Der letztlich realisierte stammte aus dem Braunschweiger Büro Ehrich + Partner und kostete am Ende knapp 7 Millionen D-Mark. „Der Siegerentwurf wurde unter anderen deshalb ausgewählt, weil sich die äußere Gestalt in Formen und Materialien den vorhandenen Gebäuden annäherte ohne den Versuch der Anpassung zu unternehmen“, erinnert sich Wolfgang Hertwig, der damals für die SPD im Stadthaus-Ausschuss saß.

Noch während der Bauzeit von März 1984 bis November 1985 wurde gefeilscht und gefeilt damit die Bauarbeiten im Kosten- und Zeitrahmen blieben. Stolz zeigt Helmut Wegner ein Balkendiagramm, in dem die Zeitfenster für die einzelnen Gewerke festgelegt wurden: „Das war unser Plan. Und wenn die nicht gespurt haben, dann haben wir sie zum Laufen gebracht“, versichert der 79-jährige Steuerberater und Wirtschaftprüfer.

Die Einweihung rückte näher. Im August 1985 ging es im Ausschuss um die Auswahl der Gardinen und die Bemusterung der Leuchten und bei den Debatten sicher deutlich entspannter zu als Anfang der Achtigzer Jahre. Die Einweihung am 6. Dezember ließ sich die Stadt etwas kosten. 21.000 Mark wurden für Essen, Musik und Programm locker gemacht.

Alles in allem haben sich Mühe und Kosten gelohnt, findet Helmut Wegner. Erst in diesen Tagen hat er im großen Saal gesessen beim Jahresempfang von Stadt und Truppenübungsgsplatzkommandantur und mal wieder das Gebäude in Augenschein genommen. „Und das hat mir gut gefallen“, bilanziert er.

Susanne Zaulick

Von Susanne Zaulick