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Bergen Stadt AfD-Politiker zeichnen in Bergen düsteres Bild von Deutschland
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt AfD-Politiker zeichnen in Bergen düsteres Bild von Deutschland
22:51 03.08.2018
Von Christopher Menge
Gestern im Stadthaus, bald wahrscheinlich im Bundestag: Paul Hampel (rechts) und Thomas Ehrhorn kämpfen um Wählerstimmen. Quelle: Michael Schäfer
Bergen Stadt

„Viele Menschen sind sehr uninformiert über den Zustand der politischen Lage“, sagte Ehrhorn, der aufgrund des Listenplatzes drei höchstwahrscheinlich im neuen Bundestag sitzen wird. In seiner Rede hangelte er sich dann am Slogan „Für ein Land, in dem wir gut und gerne leben“ von Bundeskanzlerin Angela Merkel entlang. Gut und gerne leben bedeute für viele Menschen zum Beispiel Sicherheit und körperliche Unversehrtheit. „Wir leben aber in einem Land, wo wir eine ständige Bedrohung durch Terror haben und Frauen nicht mehr alleine joggen gehen können“, so der AfD-Politiker. Nach dem Terroranschlag auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin habe sich niemand für die Opfer und deren Familien interessiert. „Wenn ein Nazi ein Asylantenheim angesteckt hätte und es dabei elf bis zwölf Tote gegeben hätte, würde die Berichterstattung bis heute andauern“, so Ehrhorn.

Nachdem er ausgeführt hatte, dass eine Ehe für Schwule und Lesben zwar zu tolerieren, aber nicht wünschenswert und förderungswürdig sei, setzte er einen Schwerpunkt auf die Alterssicherung. „Wir finanzieren ganz Europa mit, sind aber nicht in der Lage, unsere Rentner vor Altersarmut zu retten“, sagte der Pilot.

Auf konkrete Ziele für seinen Wahlkreis ging Ehrhorn nicht ein, dafür machte er deutlich, warum er nach Berlin gehen wolle: „Zu Zeiten von Herbert Wehner, Franz-Josef Strauß oder Willy Brandt hat es den politischen Konsens gegeben, dass die deutschen Volksvertreter zunächst für das Wohl, das Wohlergehen und den Wohlstand der eigenen Bevölkerung zu sorgen haben“, sagte Ehrhorn. „Für diesen Grundsatz werde ich im Bundestag kämpfen.“

Hampel nahm die Zuhörer anschließend mit auf eine Reise durch die Geschichte, wobei die Wiedervereinigung vor 27 Jahren, die er als Journalist begleitete, noch der kleinste Zeitsprung war. Bis hin zur Varusschlacht im Jahre 9 nach Christus spannte er den Bogen, um von der deutschen Kultur zu sprechen.

Sein Fazit: „Wir leben von dem, was wir im Kopf haben – und diesen Vorsprung geben wir gerade auf.“ Kanzlerin Merkel bezichtigte er des mehrfachen Rechtsbruches, unter anderem als sie bei den Flüchtlingsströmen „gegen Recht und Gesetz die Grenzen öffnete“.