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Bergen Stadt Anstieg der Straftaten im Norden
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Anstieg der Straftaten im Norden
06:03 08.08.2018
Bergen Stadt

Klaus-Dieter Höhne ist zufrieden mit dem abgelaufenen Jahr. „Mit 62,91 Prozent Aufklärungsquote haben wir einen guten Wert erreicht“, sagt der Leiter des Polizeikommissariats Bergen. Allerdings musste die Dienststelle, die neben Bergen auch für Hermannsburg, Faßberg und Unterlüß verantwortlich ist, einen Anstieg bei den Straftaten verzeichnen.

Einen besonderen Sprung in der Statistik gab es bei den Wohnungseinbrüchen. Hier stieg die Zahl von 54 aus 89. „Wir stellen eine Wanderungsbewegung fest“, sagte Siegfried Ahrens, Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes. Vor einigen Jahren seien die Wohnungseinbrüche vermehrt im Ost- und Südkreis vorgekommen, derzeit sei der Nordkreis stark betroffen. Auch in den angrenzenden Gebieten wie Fallingbostel sei ein Anstieg spürbar.

Die Polizei im Landkreis Celle insgesamt hat inzwischen reagiert und eine spezielle Ermittlungsgruppe Wohnungseinbruch gebildet. „Dazu werden wir auch unseren Beitrag leisten“, sagte Höhne. Er betonte, dass die Hausbesitzer sehr viel selber tun können, um sich zu schützen. „Es ist oft der Fall, dass sich Bewohner in ihren Wohnungen wie in einer Burg fühlen, tatsächlich sind die Räume aber nicht gut gesichert“, sagt Höhne. Wenn dann ein Einbruch passiert, würden viele Menschen Probleme haben und sich nicht mehr sicher in ihren eigenen vier Wänden fühlen.

Die Polizei macht einen deutlichen Unterschied zwischen Laien, die einbrechen und Profis, aus. So gehen die professionell organisierten Einbrecher meist nur auf die Suche nach Schmuck, Bargeld und EC-Karten. Dagegen werden zum Beispiel Stereoanlagen stehen gelassen, weil sie zu sehr belasten.

Ebenfalls einen Anstieg verzeichnet Bergen im Bereich der Rohheitsdelikte, also Straftaten wie Körperverletzung und Raub. „Wir haben einen Täterkreis von um die zehn Personen, die in diesem Bereich immer wieder auftauchen“, erklärte Ahrens. Teilweise würden die auch im Bekanntenkreis Straftaten verüben. Durch den engen Täterkreis kennt die Polizei aber auch ihre Pappenheimer. So lag die Aufklärungsquote zum Beispiel bei den zwölf schweren Raubdelikten bei über 90 Prozent.

2012 will die Polizei neben den Einbrüchen auch stärker gegen Sachbeschädigungen wie Graffiti vorgehen, die zur Straßenkriminalität gezählt werden. So seien gute Erfolge gegen einen Täter erzielt worden, der in Hermannsburg unterwegs war. „Dort hat die Gemeinde ein Betretungsverbot für den Ortskern ausgesprochen. Das hat für eine Beruhigung gesorgt“, sagt Höhne.

Ungewöhnlich sind die Tötungsdelikte, wie es in der Fachsprache der Polizei heißt. „Wir haben diese Fälle doch eher selten“, sagt Ahrens. Zu den Taten, die in der Statistik 2011 erfasst werden, zählt das Brandopfer aus Schmarbeck in der Gemeinde Faßberg. Dort wurde ein 48-Jähriger mit Grillanzündern in Brand gesteckt. Angeklagt war ein 40-jähriger Nachbar. Er wurde aber freigesprochen worden. Die Tat passierte bereits 2010, wird aber erst in die Statistik gegeben, wenn die Akten dem Staatsanwalt übergeben wurde.

Bei dem zweiten Streit mit tödlichen Ausgang hatte ein 26-Jähriger in der Berliner Straße in Bergen einen 54-Jährigen erstochen. Er wurde inzwischen zu acht Jahren Haft verurteilt. Zusätzlich wird er in einer Entziehungsanstalt untergebracht. Tore Harmening

Von Tore Harmening