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Bergen Stadt B3-Sperrung legt Bergen lahm
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt B3-Sperrung legt Bergen lahm
16:23 16.07.2018
Von Christian Link
Auf der gesperrten Bundesstraße in Bergen ist derzeit nicht viel los (links). Dafür herrscht drum herum ein kleines Verkehrschaos. Quelle: Christian Link
Bergen Stadt

Die Hauptverkehrsader der Stadt wird noch bis voraussichtlich 5. September in mehreren aufeinanderfolgenden Bauabschnitten erneuert. Bis Mittwoch ist noch der Bereich zwischen Bahnhofstraße und Kaufland gesperrt. Viele Geschäfte sind nur schwer zu erreichen.

Die Star-Tankstelle am südlichen Ortseingang fungiert für viele Durchreisende derzeit als Touristen-Information. „Die Verwirrung ist groß, weil alles gesperrt ist. Viele verlaufen sich zu uns und fragen, wie sie weiterkommen“, sagt Verkäuferin Kerstin Windhausen. Danach erklärt sie dem nächsten Autofahrer den Weg, der auf dem Weg nach Hamburg ist, aber von seinem Navigationsgerät im Stich gelassen wurde. „Ich habe eine große Schleife gedreht, aber mein Navi zeigt mir nicht den richtigen Weg an“, sagt er. Einen Hinweis auf die Ausweichstrecke, die von Offen über Belsen führt, habe er nicht bemerkt. „Warum stellen die nicht ein Umleitungsschild auf“, ärgert er sich.

Für einen Freitagmittag ist rund um Kaufland nicht viel los. „Die Leute können ja nicht hier herkommen“, sagt Windhausen. Sie schätzt, dass momentan etwa 50 Prozent weniger Kunden da sind als üblich. „Wenn nicht sogar 70 Prozent“, ergänzt ihre Kollegin.

Auch bei Aldi stehen nur wenige Autos auf dem Parkplatz. Der Lidl gegenüber hat seit gestern sogar geschlossen, weil er für Kunden und Lieferanten kaum noch erreichbar ist. Die LTG-Tankstelle mitten in der Baustelle ist nicht schlecht besucht, auch wenn Kunden das letzte Stück über die abgefräste B3 fahren müssen.

In der Ortsmitte zwischen Army-Shop und Sparkasse herrscht im Vergleich zu anderen Werktagen richtig tote Hose. Die Filiale der Bäckerei Broge ist sogar geschlossen, wegen der Straßenbauarbeiten macht der Laden lieber Betriebsferien. Und auch bei der Bäckerei Hemme brennt kein Licht. Wer Hunger hat, kann aber auf die Fleischerei Zimmermann setzen, die wie gewohnt geöffnet ist. „Wir haben allerdings zweidrittel weniger Kunden als sonst“, sagt Verkäuferin Beatrix Sander.

„Die Baustelle ist eine Katastrophe, die haben wirklich schlecht ausgeschildert“, sagt ein bekannter Berger, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Wilfried Hormann hält dagegen: „Das in Thailand ist eine Katastrophe, aber nicht, dass man ein bisschen Rücksicht auf den Straßenbau nehmen muss. So schlimm ist es nicht.“

Auch Anwohnerin Lilly Zayka-Rust kann den Bauarbeiten etwas Gutes abgewinnen: „Es ist schön ruhig.“ Das Straßenpflaster, das wegen der Fahrbahndeckenerneuerung freigelegt ist, kennt sie noch aus ihrer Kindheit. „Damals sind hier nur ein paar Autos hin und her gefahren“, erinnert sie sich und macht mit Hündin Niña Valentina einen kurzen Zwischenstopp mitten auf der B3, um die Pflastersteine für ihre Tochter zu fotografieren.

Axel Stahlmann hat das Gründungsdatum des Schützencorps Bergen leicht nach hinten verschoben. „Es steht schon in der Bibel: Sie trugen merkwürdige Gewänder und irrten planlos umher“, sagte der Pastor in seiner Gastrede beim Kommers im Festzelt am Sonntag mit einem Lächeln. Gleichzeitig nahm der Geistliche jene Schützen in Schutz, die zuvor von Hauptmann Holger Thiel mit viel Humor und Ironie und unter lautem Gelächter der anwesenden Mitglieder dafür bestraft worden waren, dass sie während des Schützenfestes ihre Orden verloren hatten.

Christoph Zimmer 08.07.2018

Was waren das früher für Schützenfeste in Bergen? Wie schön wurde da gefeiert? Wie viel wurde da getanzt? – Und heute? Die meisten werden sich die Antwort denken können. Schließlich war früher alles besser. Es gibt in Bergen aber zumindest einen Mann, der das nicht so sieht. Und das ist kein Geringerer als der Kommandeur des Berger Schützencorps. Beim traditionellen Festessen im Stadthaus stellte Henrik Kohlmann die These auf, dass früher alles schlechter war. Insgesamt 270 Schützen, Gäste und Vertreter der Berger Partnerstädte Pembroke-Town (Wales), Srem (Polen) und Hendrik-Ido-Ambacht (Niederlande) genossen am Freitag Hochzeitssuppe und Rindsrouladen.

Christopher Menge 06.07.2018

Hüpft Känguru Viggo jemals wieder durch den Garten der Familie Müller/Arndt? Es sieht nicht danach aus – der Landkreis Celle hat nun angeordnet, dass das Bennett-Wallaby seinen Besitzern ab dem 18. Juli endgültig weggenommen wird. Schließlich gebe es keine Hoffnung mehr, dass die Berger Familie die aufgelegten Forderungen erfüllt. "Die gesetzte Frist bis zum 25. Juni hat die Familie verstreichen lassen", sagt Landkreis-Sprecher Tore Harmening auf CZ-Anfrage. Der inzwischen deutschlandweit bekannte Viggo war am 23. Mai zunächst vorläufig in die Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen gebracht worden. Gegen diese Wegnahme hat der Anwalt der Familie, Markus Matuschczyk, inzwischen Klage beim Verwaltungsgericht Lüneburg eingelegt.

Christopher Menge 05.07.2018