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Bergen Stadt „Baroque Francaise“ in Berger St.-Lamberti-Kirche
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt „Baroque Francaise“ in Berger St.-Lamberti-Kirche
17:59 31.07.2018
Quelle: Doris Hennies
Bergen Stadt

Bergen. Das Entree machte die Symphonie in B von Nicolas Antoine Lebègue (um 1631–1702) – eine ruhige, freundliche musikalische Begrüßung. Lebègue gehört zu den bedeutendsten und innovativsten Orgelmeistern der Ära Ludwigs XIV. Tänzerisch schreitend, ja verspielt in einer schlichten Melodienführung füllte die Carillon (aus den Carillons de Paris) von Louis Couperin (dem berühmten Onkel von François Couperin und Kammermusiker im Ensemble Ludwigs XIV) den nächsten Teil des Programms. Die darin verarbeiteten Stilmittel, wie eine beständige Wiederholung rhythmischer und melodischer Motive in leichter Variation, dokumentieren sehr anschaulich die modische Kompositionslehre dieser musikalischen Epoche.

In der folgenden „Suite du troisième Ton“ in sechs Sätzen von Jean-Adam Guilain (* um 1680-1739) ist alles zusammengefasst, was eine barocke Komposition zu bieten hat: Einen gefälliger Einstieg (plein jeu), etwas düster getragenes (Quatuor), die Korrespondenz zur menschlchen Stimme und dem Gesang (Voix Humaine), Leichte Fanfarenklänge (Basse de Trompette), verspielte Arrangements der Gegenläufigkeit (Duo) und schließlich der dramatische Schlussakkord (Grand jeu) – et voilà! Der ursprünglich deutsche Komponist Johann Adam Wilhelm Freinsberg hatte sich mit französischem Namen in Paris etabliert.

Von Nicolas de Grigny (1672–1703) bekamen die leider nur sehr wenigen Zuhörer – getragen und gediegen – das „Recit de Tierce en Taille“ zu hören. Der „Dialogue en Fugue“ von Jacques Boyvin (1653–1706) schloss sich als besinnliches musikalisches Zwiegespräch an. Ab 1674 war er Organist der Kathedrale Notre-Dame in Rouen und hatte die Stellung bis zu seinem Tod. Mit einem weiteren prachtvollen Beispiel französischer Barockmusik aus dem Buch „d ´Ogue de Montreal“ – die Suite in A – zart, filigran, spielerisch und schließlich prachtvoll endend – nahte das Ende. Das setzte schließlich die „Offerte du 5. Ton“ von André Raison (1640 – 1719). Er galt Ende des 17. Jahrhunderts als einer der besten Organisten von Paris und inspirierte sogar J.S. Bach.

An der Orgel mit einem sehr einfühlsamen Spiel saß Mathias Hartmann, studierter Kirchenmusiker und Musikhistoriker. 1993 übernahm er mit seiner Ehefrau Bettina Hevendehl die Kirchenmusikerstelle an der Lutherkirche in Soltau. Im Jahr 2002 wurde die Stelle zum Stadtkantorat der beiden großen Kirchen Luther und St. Johannis erweitert. Seit 2006 ist er zudem als Kreiskantor tätig.

Am Sonntag, 19. August, jeweils um 10 Uhr, finden die Orgelwochen des Kirchenkreises Soltau einen besonderen Abschluss mit den 21 Sätzen der Orgelmesse von Francois Couperin. Man feiert in diesem Jahr seinen 350. Geburtstag. In der Celler Region sind das in St.Lamberti in Bergen (Nr. 4,5,11), in St.Peter-Paul in Hermannsburg (Nr. 15), in St. Laurentius in Müden (Nr. 3, 16), und in St. Jakobi in Wiezendorf (Nr. 12, 13).

Von Doris Hennies

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