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Bergen Stadt Beleidigungen und Kopfstöße: Mann aus Bergen muss zahlen
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01:46 09.08.2018
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Der Angeklagte sei stark angetrunken und äußerst aggressiv gewesen, schilderte die Taxifahrerin im Zeugenstand. Die anderen drei Insassen hatten im Wagen schon auf ihn gewartet. Auf die schlichte Frage des späteren Geschädigten, warum es denn so lange gedauert habe, soll der Beschuldigte direkt mit den Beleidigungen, wie zum Beispiel „Hurensohn“, losgelegt haben. Der Geschädigte sei erstaunlich ruhig geblieben, so die 54-Jährige; er habe nur immer wieder gesagt, dass er „doch gar nichts gemacht habe“. Auch soll er während der gesamten Zeit keinerlei Beleidigungen gegen den Angeschuldigten ausgesprochen haben, so die Taxifahrerin. Plötzlich habe er zwei Schmerzenslaute von sich gegeben. Sie habe schon anhalten und den Angeklagten rausschmeißen wollen, sagte die Zeugin weiter aus. Nur um sich nicht strafbar zu machen, indem sie einen Betrunkenen auf offener Landstraße absetzte, hatte sie ihn dann doch bis nach Bergen befördert. Dort angekommen habe ihr der Geschädigte von den „Kopfnüssen“ berichtet. Später erstattete er Anzeige bei der Polizei.

Die Beleidigungen räumte der Angeklagte ein. Allerdings will er zuvor vom Geschädigten provoziert und auch beschimpft worden sein. Auch die von ihm genannten Zeugen berichteten einstimmig von zuvor geäußerten Beleidigungen von Seiten des Geschädigten. „Alles abgesprochen“, befand hingegen der Vertreter der Staatsanwaltschaft; die Aussagen der Freunde des Beklagten seien nicht glaubhaft. Laut Angaben eines weiteren Zeugen war der Beschuldigte nämlich auch in Bergen noch äußerst „angriffslustig“. Während der Bruder des Zeugen vor einer Bar vom Angeklagten ein „Veilchen“ verabreicht bekam, war er selbst noch „mit einem blauen Auge“ davon gekommen. Die verhängte Geldstrafe kommt dem Projekt Ambulante Betreuung zugute. Dort hat der Angeschuldigte aufgrund einer Entscheidung vom April noch ein paar Reststunden Sozialtraining abzuleisten.

Von Anke Prause