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Bergen Stadt Bergen feiert buntes Fest der Demokratie
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Bergen feiert buntes Fest der Demokratie
16:05 04.08.2018
Bergen Stadt

„Ihr seid aufgestanden für Eure Werte und für eine Idee: Demokratie braucht keine Alternative“, sagte Pastor Axel Stahlmann von der St. Lamberti-Gemeinde in Bergen zur Begrüßung. Dieses Aufstehen und Aufeinanderzugehen sei wichtig „und zwar ohne Gewalt gegen Dinge und erst Recht ohne Gewalt gegen Menschen“, so Stahlmann mit Blick auf die Sabotageakte beim Stadthaus und gegen ein AfD-Vorstandsmitglied. Er finde es fantastisch, dass fast alle Berger Parteien dieses Fest mittragen und das zwei Tage vor der Wahl. „Wenn mir das einer vor 14 Tagen erzählt hätte, hätte ich ihm mindestens einen Vogel gezeigt. Wenn das nicht ein Zeichen gelebter Demokratie ist“, so Stahlmann.

Thomas Rahe von der Gedenkstätte sagt, dass man von den Geschehnissen in der Nazizeit nicht Handlungsempfehlungen für die aktuelle Politik ableiten, wohl aber sensibilisiert werden könne für Fehlstellungen. „Ganz oben steht dabei, dass die Menschenwürde universell gilt, wie es auch die Gründungsväter festgelegt habe. Demokratie ist aus seiner Sicht nicht nur eine Erfolgsgeschichte, aber „sie hat sich als reformfähig erwiesen“, so Rahe. Es mache ihm Angst, dass Begriffe aus der Nazi-Ideologie wie „Volksgemeinschaft“ oder „Lügenpresse“ wieder im politischen Diskurs verwendet werden“, so Rahe mit Blick auf Äußerungen aus der AfD.

Die Partei spielte bei den Redebeiträgen sonst keine Rolle und das war ausdrücklich so gewollt. „Wir wollen hier für unsere Werte und ausdrücklich nicht gegen etwas demonstrieren“, betonte Mitorganisatorin Claudia Dettmar-Müller. Für die AfD war die Veranstaltung trotzdem eine Aktion, die sich gegen sie richtete. Wie der AfD-Kreisvorsitzende Thomas Ehrhorn sagte, fände er es befremdlich, „dass die Altparteien, die Gewerkschaft Verdi, der DGB und die Kirchen mit derartigen Undemokraten und Menschenfeinden paktieren“. Ehrhorn hob damit auf die anfänglichen Berichte ab, dass ein breites Bündnis zu einer AfD-Gegenveranstaltung aufgerufen hatte. Die Organisatoren hatten aber sehr früh deutlich gemacht, dass die Veranstaltung so nicht geplant gewesen sei und die Sabotageakte scharf verurteilt.

Von Tore Harmening