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Bergen Stadt Bergen soll "verwaldet" werden
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Bergen soll "verwaldet" werden
05:22 07.08.2018
Bergen Stadt

Adolf Krause hatte die Brisanz des Vortrages schnell entdeckt. „Wenn wir so damit in den Rat gehen, weiß ich nicht, ob wir die nötige Mehrheit für das Stadtentwicklungskonzept bekommen”, meinte der Ratsvorsitzende. Er bezog sich dabei auf die Empfehlung des Gutachters, in dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) festzuschreiben, dass keine neuen Baugebiete mehr in der gesamten Stadt Bergen ausgewiesen werden.

Doch was für den Kernort angesichts der dramatischen Lage auf dem Immobilienmarkt logisch erscheint, ist für die anderen Orte nicht unbedingt so zwingend zu sehen. Gutachter Andreas Mayer macht aber deutlich, dass es sich bei seinem Bericht nur um einen Rahmen und keinen rechtsverbindlichen Bebauungsplan handele.

Abgesehen davon waren die Vorschläge des Gutachter-Büros unumstritten. Für die Stadtstruktur ist vorgesehen Bergen zu „verwalden”, also große Teile der Wohnblocks abzureißen und in Einfamilienhaus-Grundstücke umzuwandeln oder gleich ganze Waldstücke zu schaffen, wie zum Beispiel auf dem Gelände, das heute noch die englische Slimschool beherbergt. Ferner ist vorgesehen, eine Art Grünzug entlang des Berger Baches zu schaffen und mit diesem in der Verlängerung eine Verbindung zur Gedenkstätte zu schaffen. Wie das allerdings gelingen soll angesichts der Kaserne, die dort quasi als Unterbrechung steht, ist noch etwas unklar.

In dem Bericht werden auch grobe Kostenschätzungen abgegeben, wobei Gutachter Mayer deutlich machte, dass die Zahlen zunächst am oberen Ende angesetzt wurden, weil es ja letztlich durch den Bericht eine Förderung geben soll. Die Summe für den Ankauf von Wohnblocks und der englischen Schule sieht der Gutachter bei um die 19 Millionen Euro, der Abriss würden nach dieser Schätzung noch einmal um die 5,6 Millionen Euro kosten. Für das Aufbereiten der Flächen setzt der Gutachter 4,6 Millionen, die Stärkung des Zentrum 1,42 Millionen und die Stärkung des Wohnens 1,28 Millionen Euro.

Ein gewaltiger Brocken, von dem bisher völlig unklar ist, wie er geschulter werden soll. Das Land hat bisher 150.000 Euro zugesagt, um die nächsten drei Jahre das Konversionsmanagement für Bergen und Bad Fallingbostel zu bezahlen.

Der Rat wird in seiner morgigen Sitzung die endgültige Fassung des Berichtes beraten und wohl auch beschließen.

Von Tore Harmening