Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Bergen Stadt Bergen will Sole-Option prüfen
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Bergen will Sole-Option prüfen
03:56 07.08.2018
Die drei Salinen-Modelle im Bürgerpark weisen auf die Salzgewinnung von damals in Sülze hin. Das Potenzial für die heutige Wirtschaft soll jetzt neu ermittelt werden. Quelle: Udo Genth
Bergen Stadt

„Wie allgemein bekannt, wurde bis zum Jahr 1862 durch die Saline Sülze Salz gewonnen. Seitdem wird das Sole-Vorkommen nicht mehr genutzt. Wir wollen das vorhandene Solevorkommen im Gebiet der Stadt Bergen, insbesondere in Sülze, darauf untersuchen lassen, ob es sich um eine Sole mit Heilwirkung oder sogar um eine Thermalsole handelt”, erklärte Wehr.

Thermalsole sei absolut unberührtes, reines, warmes und salziges Wasser ab 20 Grad Wärme. Sie habe besonders gute Voraussetzungen für medizinische Anwendungen und könne allgemein im Rahmen der persönlichen Gesundheitsvorsorge sowie in der Freizeit- und Tourismuswirtschaft genutzt werden. Der Grünen-Politiker verwies in diesem Zusammenhang auf staatliche Heilbäder. „Darüber hinaus bietet die Geothermie vielfältige Möglichkeiten der alternativen Energiegewinnung, die bei der Entwicklung eines Gesundheitszentrums auf Thermalsolebasis mit einbezogen werden könnte”, so Wehr weiter.

Die geologische Grundlagen würde das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie in Hannover beisteuern. Die Gegebenheiten in Sülze und Umgebung müssten durch einen Geologen noch einmal zusätzlich geprüft und analysiert werden. Dafür würde die Stadt ein Gutachten in Auftrag geben. Wehr nannte dafür unter anderem eine Firma im Raum Hannover, die bereits für den Landkreis Celle die geothermischen Potenziale 2013 untersucht hatte.

„Eine umfassende Vorstudie würde die Möglichkeiten wie Sole, Wärme, Strom im Detail herausarbeiten und hierbei die wirtschaftlichen Aspekte ebenfalls betrachten”, so die Vorstellung von Wehr. Sie hätte auch in der weiteren Zukunft Gültigkeit, weil die Geologie sich nicht ändere und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für alternative Energien durch steigende Energiepreise in diesem Bereich zunehmend besser würden.

Die Kosten für eine solche Studie liegen nach Wehrs Einschätzung in einer Größenordnung von 10.000 bis 20.000 Euro. Erst nach Vorliegen der Ergebnisse dieser Vorstudie könnte eine Machbarkeitsstudie durchgeführt werden.

Wehr warb für die Vorteile: „Für den Standort Bergen wäre im Falle der Realisierbarkeit der Nutzung des Solevorkommens unter anderem als Thermalwasser im Gesundheits- und Wellnessbereich eine Möglichkeit gegeben, neue wirtschaftliche Bereiche zum Beispiel im Tourismus zu erschließen. Die Verwaltung soll jetzt ermitteln, wieviel genau eine solche Studie kostet.

Tore Harmening

Von Tore Harmening