Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Bergen Stadt Bergener Frauen feiern Jubiläum
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Bergener Frauen feiern Jubiläum
17:21 14.06.2011
25 Jahre Frauen- und Mütterzentrum Bergen Quelle: Martina Hancke
Bergen Stadt

Mit einem „Tag der offenen Tür“ feiern die Bergener Frauen am Donnerstag, dem 16. Juni, von 14.30 bis 17.00 Uhr das 25-jährige Bestehen ihres Vereins. Als eine Handvoll Frauen 1986 den Antrag stellte, ein Frauen- und Mütterzentrum zu gründen, lächelten die Ratsmitglieder in Bergen milde. Sie sahen keine Zukunft für den „neumodischen Kram“. Doch die Gründerfrauen blieben hartnäckig. Heute können sie auf eine Einrichtung blicken, die zum festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Bergen zählt. Mit DELFI- und Babymassage-Kursen, mit Integrationsangeboten und Kreativ-Workshops lockt der Verein jede Woche rund 150 Besucherinnen in die Tummers Twiete.

„Die Anfangszeit war nicht immer einfach“, erinnert sich Irmgard Prahl, die den Verein 22 Jahre lang leitete und ihm auch heute noch treu ist. Viele hielten den Müttertreff für ein Frauenhaus, die Ehemänner beäugten das Ganze misstrauisch und befürchtete gar eine Aufwiegelung ihrer Frauen.

„Mit Frühstücksrunden, Kräuterseminaren und Spielabenden arbeiteten wir dagegen an“, erzählt Ulla Rodemann, die ebenfalls zu den Gründungsmitgliedern gehört. „Wir wollten allen zeigen: Wir sind nur ein fröhliches Haus.“

Die Idee für die Einrichtung hatte Helma Sucker. „Ich fand, Bergen brauchte so eine Begegnungsstätte für Frauen“, sagt sie. Als Ratsmitglied fand sie die nötigen Kontakte. Gemeinsam setzte man eine Satzung auf und konnte den Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband als Träger gewinnen. Die Stadt Bergen stellte kostenlos die Kellerräume in der Henriettenstraße zur Verfügung und unterstützte den Verein mit 5000 Mark Startguthaben.

„Wir waren alle jung und hatten Kinder, das war eine schöne Zeit“, blicken die Initiatorinnen zurück. Mit dem Zusatz in der Namensgebung hatten sie von Beginn an betont, dass ihnen die „Frau“ als Persönlichkeit und nicht nur ihre Mutterrolle wichtig ist. „Dieser Gedanke prägt das MüZe heute mehr denn je“, sagt Simone Prokop. Die 38-Jährige übernahm das Amt der Ersten Vorsitzenden 2008 von Irmgard Prahl. Was als Initiative junger Frauen mit Kind begann, entwickelte sich mehr und mehr zu einem generationen- und kulturübergreifenden Begegnungsort für alle Frauen.

„Die zunehmende Bedeutung von Bildung und die Bedürfnisse vieler junger Mütter, die frühzeitig in den Beruf zurückkehren, sind Faktoren, aus denen wir unser jetziges Konzept schaffen“, sagt Simone Prokop. So brachte der Generationenwechsel auch Veränderungen im Verein mit sich. Der Erfolg gibt ihr Recht. Die Mitgliederzahlen steigen, der Verein verjüngt sich.

Heute tauschen sich die langjährigen Mitglieder gern beim „Knütten und Klönen“ aus, oder man trifft sich im Lesekreis oder beim Kartenspiel. Sprachkurse werden in Kooperation mit dem Christlichen Jugenddorf angeboten, Bildungs- und Babyangebote ziehen junge Frauen und Gäste ins Haus, die Inhalt und zeitliche Begrenzung der Kurse schätzen.

Die MüZe-Frauen blicken positiv in die Zukunft: „Wenn sich dieser Trend fortsetzt, die Förderer uns weiter unterstützen und ehrenamtliche Helfer nicht müde werden in ihrem Tun, kann unser Angebot auch die nächsten 25 Jahre weiter leben.“

Von Martina Hancke