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Bergen Stadt Bergens Bürgermeister Prokop macht früher Schluss
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Bergens Bürgermeister Prokop macht früher Schluss
16:59 30.07.2018
Von Christopher Menge
Quelle: Oliver Knoblich
Bergen Stadt

"Ich habe mich zu der Entscheidung durchgerungen", sagte Prokop im CZ-Gespräch. "Es fällt mir schwer, weil ich den Job liebe und ihn immer mit Herzblut gemacht habe." Der Zeitpunkt passe aber perfekt. Daher habe er den Landrat, die Mitarbeiter und den Stadtrat per E-Mail über den Schritt informiert.

Konversion gehtin Umsetzungsphase

"Ich bin vor der letzten Wahl aus dem politischen Umfeld ermuntert worden, nochmal weiterzumachen, weil ich mir bei der Konversion ein Netzwerk aufgebaut hatte", sagt Prokop. "Jetzt neigt sich die Planungsphase aber dem Ende, es geht an die Umsetzung." Für seinen Nachfolger sei es einfacher, zu diesem Zeitpunkt einzusteigen. Beispielsweise bei der Aufwertung der Wohnquartiere kann der neue Verwaltungschef seine Ideen einbringen. Dafür hat er dann sieben statt fünf Jahre Zeit, die Wahlperiode verlängert sich nämlich durch Prokops Rücktritt. "Fünf Jahre sind für das erste Mal zu kurz", sagt der scheidende Bürgermeister.

Als weiteren Grund führt Prokop an, dass der Berger Finanzskandal im kommenden Jahr aufgearbeitet sein wird. "Wenn ich gehe, sind wir da auf dem Laufenden", so Prokop. "Ich habe dem Rat und der Öffentlichkeit versprochen, dass wir das schnell aufarbeiten. Meine Mitarbeiter haben sich da reingekniet."

"Das hat michwahnsinnig geärgert"

Die misslungene Umstellung auf Doppik war einer der Tiefpunkte in Prokops Amtszeit. "Das hat mich sehr getroffen, weil ich damit nicht gerechnet habe", sagt der 67-Jährige. Nachwirkungen gab es bis zuletzt. Im Dezember hatte der Stadtrat sogar die bereits erteilte Entlastung für den Jahresabschluss 2008 in mehreren Punkten zurückgenommen. Das Pikante: Im Mai 2016 hatte Prokop seine Zukunft noch an diesen Vertrauensbeweis geknüpft.

Neuer Ärger stand im März dieses Jahres ins Haus. Im Zusammenhang mit dem Verkauf der Briten-Häuser am Horstweg wurde der Stadtentwicklungsgesellschaft Bergen (SEB) vorgeworfen, deren Geschäftsführer Prokop ist, sich nicht an die Regularien gehalten und so Steuergelder von bis zu 120.000 Euro zu viel ausgegeben zu haben.

"Ich habe mich über jede Sache, die nicht rund läuft, wahnsinnig geärgert", sagt Prokop. "Auf meine Entscheidung hatte das aber keinen Einfluss." Streitpunkte mit der Politik oder anderen Behörden habe es ja immer wieder mal gegeben. "Ich gehe aber nicht frustriert. Der Zeitpunkt passt einfach", so Prokop. Durch seine frühe Bekanntgabe der Entscheidung gebe er der Politik die Zeit, geeignete Kandidaten für seine Nachfolge zu finden.

Aus Prokops Sicht wäre es positiv, wenn der neue Bürgermeister eine gewisse Affinität zur Verwaltung hätte. "Als Seiteneinsteiger ist man noch mehr auf die Mitarbeiter angewiesen", sagt Prokop. Bei der Stadt Bergen arbeiten etwa 200 Menschen, in der Kern-Verwaltung sind es 57.

"Ich habe mich nie als Politiker gefühlt, sondern immer als Bürgermeister, der für die Bürger da ist, und als Chef für die Verwaltung", sagt Prokop, der sich freut, dass er in 15 Monaten mehr Zeit für die Familie hat. "Meine Frau musste ich nicht fragen, ob ich aufhören soll", sagt Prokop lachend. "Sie freut sich sehr." Er wird dann fast 69 Jahre alt sein. "Das reicht", so Prokop, der am 26. April 1998 zum ersten hauptamtlichen Bürgermeister der Stadt Bergen gewählt worden war.

Sein Kontrahent war damals Rüdiger von Borcke, der inzwischen einer seiner drei Stellvertreter ist. Der SPD-Politiker hatte Prokops Pläne unterstützt, eine Internationale Begegnungsstätte Bergen (IBB) zu bauen. Die große Mehrheit im Berger Stadtrat war aber anderer Meinung. "Dass wir die IBB nicht auf den Weg gebracht haben, finde ich immer noch sehr, sehr schade", sagt Prokop. Dieser politischen Niederlage stehen aber auch einige Erfolge gegenüber. "Die Stadtentwicklung ist vor und nach dem Britenabzug sehr positiv verlaufen", sagt Prokop. "Zudem haben wir unsere internationalen Beziehungen ausgebaut." Positiv hätten sich auch die Dörfer Bergens entwickelt, für die immer wieder Fördergelder eingeworben worden seien.

"Wichtig ist, dass der neue Bürgermeister einen guten Draht zu der internationalen Bevölkerung Bergens hat", sagt Prokop. Die Suche nach seinem Nachfolger kann jetzt beginnen ...

Ein Supermarkt in der Innenstadt ist für die Entwicklung Bergens von großer Bedeutung – das hat Bürgermeister Rainer Prokop immer wieder deutlich gemacht. Die Pläne, dass sich der Discounter Aldi auf dem Gelände von Kruse-Wurst zwischen Celler Straße und Bergstraße ansiedelt, werden inzwischen konkreter. Dort war die Fabrik, in der Würstchen für den Fleischkonzern Meica hergestellt worden sind, im September geschlossen worden.

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