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Bergen Stadt Bergens Bürgermeister sieht Konversion als wichtigstes Thema
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Bergens Bürgermeister sieht Konversion als wichtigstes Thema
19:37 03.08.2018
Von Christopher Menge
Bergen Stadt

Dabei gehe es nicht nur darum, auf die Auswirkungen des Britenabzugs zu reagieren, sondern auch den ohnehin geplanten Umbau der Stadtmitte weiter zu forcieren. „Wir wollen den Innenstadtbereich vergrößern, die Attraktivität steigern, etwas gegen den Leerstand tun und das Gesicht Bergens verschönern“, sagt Prokop. Beim letzten Punkt denkt der Verwaltungschef an die Straßen, Plätze und Wege sowie die Fassaden. Auch die Infrastruktur – insbesondere Schulen und Kitas – hat er im Blick. „Die Feuerwehrbedarfsplanung wird außerdem ein Thema sein“, sagt Prokop.

Trotz Unterstützung durch Landkreis, Land, Bund und EU wird die Umsetzung der Konversion auch eine finanzielle Frage sein. Zum einem muss die Stadt die Kofinanzierung der Projekte aufbringen, zum anderen steht durch die gesunkene Einwohnerzahl, die der Britenabzug mit sich gebracht hat, wenig Geld zur Verfügung. „Wir bekommen nur zum Teil Ausgleichszahlungen“, sagt der Bürgermeister. „Da wir keine lieb gewonnenen Angebote zurückfahren wollen, stehen wir jedes Jahr vor einer neuen Herausforderung. Wir können die Steuern ja nicht ins Unermessliche erhöhen.“

Nebenbei muss die Verwaltung in Sachen Finanzen noch mit der Vergangenheit aufräumen. Bis Ende des Jahres sollen die Abschlüsse für die Jahre 2012 bis 2015 beim Rechnungsprüfungsamt eingereicht werden. „Dann sind wir wieder auf dem Laufenden“, sagt Prokop, der davon ausgeht, dass „noch Ärger hochkochen wird“. Teilweise gebe es nämlich unterschiedliche Rechtsauffassungen bei Stadt Bergen und Landkreis Celle. „In zehn Jahren wird aber gefragt, was Bergen aus der Konversion gemacht hat“, betont Prokop, „daran werden wir gemessen – nicht an den Jahresabschlüssen.“

Der Streit zwischen den Wirtschaftsbetrieben, eine hundertprozentige Tochter der Stadt, und der Celle-Uelzen-Netz (CUN) ist allerdings auch noch nicht beigelegt. „Ich hoffe da auf eine einvernehmliche Lösung“, sagt Prokop optimistisch. Derzeit sei die CUN aber nicht zu einem Vergleich bereit. Ob die Stadt Bergen mit ihren Gesellschaften grundsätzlich optimal aufgestellt ist, soll eine Untersuchung zeigen. Ergebnisse sollen im ersten Halbjahr vorliegen.

Ob dann die beiden Hochhäuser an der Danziger Straße noch stehen, steht in den Sternen. „Sie sollen in diesem Jahr verschwinden“, sagt Prokop, dem die Umsetzung des Stadtumbaus „persönlich viel zu langsam geht“. Bergen sei aber eine der schnellsten Gemeinden, wie Prokop von höchsten Stellen immer wieder höre. „Im nächsten Schritt müssen wir die Sanierungsgebiete festlegen, den überflüssigen Geschosswohnungsbau erwerben und sehen, was beseitigt werden soll“, sagt der Bürgermeister. Auf der anderen Seite gebe es auch in Bergen eine Nachfrage nach unbebauten Bauplätzen.