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Bergen Stadt Berger Stadtschreiber verabschiedet sich
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18:09 28.11.2018
Von Christopher Menge
Beim Krimi-Rätsel hatten sie den richtigen Tipp: Daan Heerma van Voss (Mitte) überreichte (von links) Niko, Jake, Mattes und Marten von der Anne-Frank-Oberschule zum Abschied signierte Bücher. Quelle: Dr. Ottfried Franke / urbanPR
Bergen

"Bergen war die erste Kleinstadt in meinem Leben, ruhig und gemütlich, mit meiner Wohnung im Stadthaus. Hier konnte ich sehr gut arbeiten”, erklärte der Stadtschreiber. Insgesamt sechs Wochen verbrachte der 32-jährige Autor 2017 und 2018 in Bergen. Lesungen hatte er hier unter anderem mit Schülern der Anne-Frank-Oberschule.

Liebesroman wurde in Bergen fertig

"Mein Liebesroman ‘Noem het liefde‘ („Nenne es Liebe”) wurde hier in Bergen fertig", sagte Daan. "Für ein nächstes Buch, voraussichtlich über einen Schachspieler, hat mich Bergen inspiriert. Ich habe hier neue Freunde gefunden und bin beeindruckt vom Interesse gerade der jungen Leute an den Niederlanden."

Stadtschreiber lohnt sich für Bergen

Daan Heerma van Voss war Bergens zweiter Stadtschreiber. "Ein Gewinn für uns, ganz sicher für alle Literaturinteressierten und die vielen Fans an der Anne-Frank-Schule", sagte Bürgermeister Rainer Prokop. Meist sind es größere Städte mit solchen Artist-in-Residence-Programmen, darunter Bergen-Enkheim, der östlichste Stadtteil von Frankfurt am Main, Mainz, Dresden oder Stuttgart. "Eine kostenlose Wohnung und kleine Zuwendungen sind auch für Bergen leistbar – und das lohnt sich", so Prokop.

Erinnerung an Ischa Meijer in KZ Bergen-Belsen

Zum vorläufig letzten Besuch in Bergen brachte der Stadtschreiber eine Geschichte mit, die an die Sonderausstellung der Gedenkstätte "Kinder im KZ Bergen-Belsen" anknüpft. Die Ausstellungseröffnung am 15. April hatten der Niederländische Botschafter in Deutschland, Wepke Kingma, und Daan Heerma van Voss begleitet. Zu den Kindern im KZ gehörte Ischa Meijer, der niederländische Publizist jüdischer Herkunft, eine Ikone im Nachbarland. Mit seinen Eltern überlebte er das KZ als Baby (1943 bis 1945) und die Irrfahrt der 6800 „Austauschjuden” (Geiseln) im Zug der „Verlorenen von Bergen-Belsen” ins brandenburgische Tröbitz, wo auf offener Strecke Truppen der Roten Armee am 23. April 1945 die Häftlinge aus den Waggons befreiten. "Ischa war einer der besten Schulfreunde und Arbeitskollegen meines Vaters. Ich kenne ihn über meine gesamte Kindheit hinweg bis zu seinem Tod 1995, da war ich neun", sagte Daan.

Abschied in Niederländischer Botschaft

Zum offiziellen Abschied des Stadtschreibers wird die Stadt Bergen Mitte Januar Gast in der Niederländischen Botschaft in Berlin sein. Dann wird Prokop auch den Nachfolger von Daan Heerma van Voss für die Jahre 2019 und 2020 vorstellen.

Rückkehr nach Bergen geplant

"Bergen war meinen deutschsprachigen Romanausgaben immer weit voraus. Ich werde gern nach Bergen zurückkehren, vielleicht irgendwann zu einer Triple-Lesung mit Ischas Tochter Jessica und vielleicht mit den Stadtschreibern aus mehreren Jahren", sagte Daan zum Abschied. (me)

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