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Bergen Stadt Berger restauriert roten Oldtimer von Grund auf
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Berger restauriert roten Oldtimer von Grund auf
18:00 20.07.2018
Quelle: Oliver Knoblich
Bergen Stadt

Angefangen hat seine Liebe zu Oldtimern schon in der Jugend. „Mit 18 Jahren war mein allererstes Auto ein NSU“, erinnert er sich. „Der hat mir wirklich sehr gut gefallen, und das erste Auto bleibt immer hängen.“

Durch seine Mitgliedschaft in dem Verein NSU-Prinz-I.G von 1980 ist der Kauf seines roten Oldtimers erst ermöglicht worden. „Bei einem Treffen in Korbach standen vieler solcher Autos zum Verkauf, die die Besitzer nicht mehr haben wollten“, erinnert sich Behnke. „Als ich den Wagen 2011 dann gekauft habe, war er sehr stark verbraucht, und ich wusste, dass noch einiges daran zu machen ist“, erzählt er. „Aber nur Rasen mähen und Hecke schneiden in meiner Freizeit ist auch nicht sehr erfüllend und außerdem mache ich gerne etwas mit meinen Fingern.“

Also machte sich der 66-Jährige im Jahr 2011 an die Arbeit. „Das Restaurieren hat einige Jahre gedauert, einfach weil wir viel unterwegs sind und somit nur nebenbei dafür Zeit war“, berichtet der Oldtimer-Liebhaber, der sich sein gesamtes Wissen über den Bau und die Reparatur von Oldtimern über die Jahre selbst angeeignet hat. „Der Mensch kann fast alles, er muss es nur wollen“, so Behnke. „Das Wichtigste ist jedoch, dass man sich für alles genügend Zeit nimmt und erst darüber nachdenkt, bevor man einfach loslegt, dann sind die meisten Schritte selbsterklärend.“

Also hat er sich einen Fotoapparat geschnappt und jeden einzelnen Schritt, jede Schraube und jedes Blech mit einem Foto festgehalten. „So kann man sich auch nach monatelanger Pause wieder daran erinnern“, erklärt Behnke. „Auf der Kamera sind fast drei Gigabyte nur mit Fotos von diesem Oldtimer.“ Und wenn doch mal eine Frage offen geblieben ist oder ein Ersatzteil gefehlt hat, geht der Berger am liebsten zu Autohändlern und Werkstätten, die alle in seinem Heimatort liegen.

Eigentlich sollte aus dem NSU 1200 erst ein Kabriolett werden, doch als Behnke dann vor dem Schritt stand, das Dach abzuschneiden, entschied er sich doch lieber für ein Auto mit Dach. „Dabei kann sehr viel schiefgehen und dann kann man das gesamte Auto wegschmeißen und nicht mehr gebrauchen“, erklärt er.

Selbstverständlich schraubt Behnke nicht nur an seinem Oldtimer herum. Anders als manch andere Oldtimer-Liebhaber hat seine geliebte NSU schon 6500 Kilometer auf dem neu eingebauten Tacho runter. „An erster Stelle steht für mich das Fahren mit meinem Oldtimer“, sagt er. „Denn sonst müsste ich auch nicht so viel Geld und Zeit dort hineinstecken.“

Behnke hatte sich zu Beginn vorgestellt, eher alte Motorräder zu restaurieren. Aber schnell stand für ihn fest, dass er das Hobby mit seiner Frau Annelie teilen möchte. „In einem Auto kann man bequemer zu zweit fahren und auch mal während der Fahrt miteinander reden“, sagt er. Denn wenn Behnke mit dem Oldtimer fährt, ist er immer in Begleitung seiner Frau oder selbst ab und zu Beifahrer. „Für mich ist es wichtig, dass meine Frau sich selber mit dem Auto identifizieren kann und nicht nur bei allem zuschaut, was ich mache“, so Behnke. „Daher bin ich auch gerne mal Beifahrer und schaue mir die Gegend an.“

Genau dieses Fahrgefühl steht für die beiden Oldtimer-Fans im Vordergrund. „Das Fahren in einem Oldtimer ist nicht mehr mit den heutigen Autos zu vergleichen“, erzählt der 66-Jährige. „Alles, was man in den neuen Autos anfasst, ist elektrisch. Im Oldtimer gibt es nur die grundlegenden Dinge und man hat wirklich Bezug zum Auto, indem man alles selber steuern und anfassen kann.“

Zusammen haben die beiden schon viele Strecken mit dem Oldtimer außerhalb des Landkreises hinter sich gelegt. Doch sie haben auch noch lange nicht genug. „Wir fahren immer weite Strecken, sodass wir schon alle angrenzenden europäischen Länder besuchen konnten“, sagt Behnke. „So sind wir manchmal sogar über mehrere Wochen unterwegs.“

Meistens locken sie dort die NSU-Treffen hin. Die können auch über mehrere Tage gehen. Auch bei anderen Oldtimer-Veranstaltungen stellt Behnke gerne seinen knallroten Oldtimer aus.

„Bei all diesen Treffen geht es mir aber nicht darum, meinen eigenen Oldtimer zu präsentieren oder anzugeben, sondern andere Autos zu bestaunen und neue Leute kennenzulernen“, erklärt er. „Man besitzt einfach die gleiche Ideologie, sodass man schnell mit anderen Leuten ins Gespräch kommt“, fügt seine Frau hinzu.

Zum Einkaufen fährt das Ehepaar allerdings lieber mit ihrem modernen Passat, was für beide jedes Mal eine Umstellung bedeutet. Das aber nur, weil ihnen der geliebte Oldtimer für eine solche Strecke zu schade ist. „Ich würde immer unseren Oldtimer vorziehen“, erklärt Frau Behnke. „Wir fahren dann nur damit, weil es nicht so dramatisch ist, wenn mal etwas an dem neuen Auto kaputt geht.“ „Ersatzteile für solche neuen Autos gibt es fast an jeder Ecke, das ist bei Oldtimern schon schwieriger“, fügt ihr Mann hinzu. Wenn die beiden es allerdings doch mal wagen, mit ihrem NSU 1200 einkaufen zu fahren, ziehen sie mit ihrem knallroten Gefährt schon einige Blicke auf sich. Frau Behnke: „Viele Leute kommen auf uns zu und freuen sich, weil sie früher auch ein solches Auto gefahren sind.“

Von Lilith Marciniak

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