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Bergen Stadt Briten-Abzug: Bergen spürt den Zeitdruck
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Briten-Abzug: Bergen spürt den Zeitdruck
18:09 04.02.2014
2015 ziehen die Briten aus Bergen ab. Die Studie, wie es danach weitergehen kann, verzögert sich jetzt aber bis in den März. Quelle: Peter Müller / Anne Friesenborg (Archiv) / Montage CZ
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„Die Zeit drängt”, sagt Prokop mit Blick auf den Abzug der Streitkräfte, der nach den jetzigen Plänen 2015 für Bergen abgeschlossen wird. Derzeit gibt es auch noch wenig Informationen, wie die Empfehlungen aussehen. Das Problem ist dabei auch, dass die Situation des Kasernengeländes völlig unklar ist.

Am liebsten wäre wohl allen Beteiligten eine weitere militärische Nutzung, denn dann müsste das Areal nicht verändert werden. Prokop unterstützt deshalb die Ideen des Bundestagsabgeordneten Henning Otte (CDU), der sich dafür ausgesprochen hat, eine Weiternutzung der Kaserne Bergen-Hohne durch Bundeswehr und Rheinmetall zu prüfen. Otte kann sich die Verlegung eines Kampfbataillons mit rund 1000 Soldaten in den Celler Nordkreis vorstellen.

Die Firma Rheinmetall stelle zudem Überlegungen an, Instandsetzungsbereiche der Liegenschaften zur Fertigung von Militärfahrzeugen zu nutzen. Am Ende könnte in Bergen-Hohne nach seiner Überlegung ein Übungszentrum nach dem Vorbild des früher von der Bundeswehr genutzten kanadischen Schießplatzes Shilo geschaffen werde. Dabei werden Panzer vor Ort stationiert und dann für Übungen an die Truppen übergeben. Der Berger Bürgermeister kann sich aber auch eine Nutzung im agrartechnischen Bereich vorstellen, also eine Lösung mit Unternehmen wie der KWS Getreide vormals KWS Lochow.

Die Bundeswehr hat ohnehin zunächst das Zugriffsrecht, daher sieht Kreisrat Gerald Höhl eine Verschiebung der Studie in Bezug auf die Kaserne gelassen. „Wir sind von vorneherein davon ausgegangen, dass die Untersuchung in diesem Zeitrahmen liegt. Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit”, sagt Höhl. In den Gutachten werde auch beleuchtet, was im Camp möglich sei zum Beispiel unter dem Gesichtspunkt Lärmemission. „Wenn dort zum Beispiel Betriebe angesiedelt werden, müssen bestimmte Richtwerte eingehalten werden. Die Bundeswehr ist aber verständlicherweise sehr daran interessiert, dass es keine Ansiedlungen gibt, die den Übungsbetrieb gefährden”, so der Kreisrat.

Positive Nachrichten zur Umwandlung von Wohnraum gab es bereits aus der Stadt, in der ein Demenzzentrum entstehen soll. Die planerischen Voraussetzung sind angesichts der politischen Unterstützung aller Parteien ohnehin nur eine Formsache, aber auch „die Verhandlungen zu den anderen Hürden sind meines Wissens nach weit gediehen”, sagt der Bürgermeister.

Mit den Immobilienbesitzern, die derzeit an britische Soldaten vermieten, soll es nach der Veröffentlichung der Konrek-Studie im März ein Treffen geben. „Bisher halten sich da alle noch sehr bedeckt”, sagt Prokop. Letztlich wird aber wohl einiges aus dem Altbestand abgerissen werden müssen.

Tore Harmening

Von Tore Harmening