Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Bergen Stadt Britenwohnungen in Bergen: 24,4 Millionen für Kauf und Abriss
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Britenwohnungen in Bergen: 24,4 Millionen für Kauf und Abriss
04:15 07.08.2018
Hier steht eine Bildunterschrift Quelle: Foto:
Bergen Stadt

Gut 14 Millionen Euro hat die Euwo-Bau für ihre rund 450 Wohnungen in Bergen als Preisvorstellung. Doch die Summe, die dann tatsächlich gezahlt werden dürfte, liegt wohl weit darunter. Das machte jetzt auch das Büro Junker und Kruse deutlich, das derzeit für die Stadt Bergen die Gutachten für das Stadtentwicklungskonzept vorlegt.In einem Zwischenbericht hat das unabhängige Unternehmen zum ersten Mal Kostenschätzungen sowohl über den Wert der Wohnungen als auch über die mögliche Beseitigung derselbigen vorgelegt.Die Gutachter berücksichtigen dabei rund 600 Wohnungen. In den Bereichen Beethovenstraße/Mozartstraße geht es um rund 300 Wohneinheiten, in dem Areal rund um die Danziger und Memeler Straße wurden 292 Wohnungen identifiziert.Wichtig sei für den Wohnungsbestand ein „konsequenter und umfassender Rückbau nicht mehr benötigter Wohnungen, die Bereinigung der Angebotsseite zur Erhaltung der Funktionsfähigkeit des Wohnungsmarkts”, sowie die „Verhinderung 'zweifelhafter' Investorenmodelle”, heißt es in der Präsentation. Den Wert für alle 600 Wohnungen schätzen die Gutachter im Höchstfall auf rund 15,17 Millionen Euro, im günstigsten Fall auf etwas mehr als 7,58 Millionen Euro ein.Mit dieser Schätzung liegen sie deutlich niedriger als der angegeben Preis von Euwo-Bau, den das Unternehmen aus Köln hat ja „nur” rund 450 Wohnungen in seinem Bestand.Erstmal gibt es auch eine groben Einordnung, was der Abriss dieser rund 600 Wohneinheiten kosten könnte. So gehen die Experten davon aus, dass ein Abbruch der Gebäude, die Aufbereitung der Flächen sowie die Beseitigung von Straßen rund 8,5 Millionen Euro kosten könnte. Den Ankauf der Slim-School setzen die Gutachter zunächst mit um die 650.000 Euro an.In der Summe ergeben sich dann Gesamtkosten von rund 16,8 bis 24,4 Millionen Euro. „Diese Summen sind natürlich noch sehr grob über den Daumen gepeilt, aber sie geben uns die Möglichkeit, die Anträge vorzubereiten”, sagt Bergens Bauamtsleiter Manfred Baltzer. Es gebe aber noch viele Unwägbarkeiten. Dazu gehöre zum Beispiel die Frage, wer die Aufträge vergibt. Macht es eine GmbH, ist diese nicht an die öffentliche und europaweite Ausschreibung gebunden, wie es bei einer Kommune der Fall wäre.Bergens Bürgermeister Rainer Prokop ist weiter skeptisch, was die Beteiligung bei Land und Bund angeht, glaubt aber trotzdem, dass man in dieser Frage gut weiterkommt. Er begrüßte gestern mit Blick auf die Empfehlung der Gutachter, zweifelhafte Investorenmodelle zu vermeiden, eine aktuelle Initiative der Bundesregierung, die ein Gesetz zum Sozialmissbrauch durch Menschen aus anderen EU-Länder anstrebt. „Damit werden Vermieter, die möglicherweise überlegen, in diese Richtung zu denken, abgeschreckt”, so der Bürgermeister.Tore Harmening

Von Tore Harmening