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Bergen Stadt Bürgermeister-Wahl am 25. Mai: Zwei wollen Bergens Bestes
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Bürgermeister-Wahl am 25. Mai: Zwei wollen Bergens Bestes
02:12 07.08.2018
Ralf Leineweber (links) und Tore Harmening (rechts) stellten die Fragen, Bürgermeister Rainer Prokop (Zweiter von links) und Herausforderer Randolf Horrer stellten ihre politischen Vorstellungen vor.  Quelle: Benjamin Westhoff
Bergen Stadt

Wird es bei der Wahl des Bürgermeister in Bergen in knapp anderthalb Wochen ähnlich spannend wie bei der Probeabstimmung nach der CZ-Podiumsdiskussion am Dienstagabend in Berger Stadthaus? Mit 51,3 Prozent der abgegebenen Stimmen hatten die rund 100 Besucher Amtsinhaber Rainer Prokop (CDU) nur knapp vor Herausforderer Randolf Horrer (SPD) gesehen, der auf 48,7 Prozent kam. Vorher hatten die beiden Kandidaten erläutert, wie sie die Herausforderungen meistern wollen, vor denen die Stadt steht. Dabei gab es auch Übereinstimmung.Bergen müsse nach dem Abzug der Briten junge Familien in die Stadt ziehen und alles tun, um Arbeitsplätze zu erhalten. Die Hauptlast müssten Landkreis, Land, Bund und eventuell auch die EU tragen. Grundsätzlich könne die Stadt positiv in die Zukunft schauen, meinte Horrer. Bergen habe bereits eine Menge getan, sein Erscheinungsbild verbessert und Fäden in die jeweilige Landesregierung geknüpft. Das reiche aber nicht aus, die Stadt müsse selber das Heft des Handels in die Hand nehmen, sagte Prokop.Unumgänglich sei der Abriss eines großen Teils des Geschosswohnungsbaus. Der Rückbau gebe Bergen die Riesenchance, eine bürgergerechte Stadt zu schaffen, erläuterte der Bürgermeister. Für die Häuser, die erst vor einigen Jahren gebaut wurden, gebe es einen Markt. SPD-Kandidat Horrer plädierte dafür, nach einer Bestandsaufnahme und einem Teilabriss die freien Grundstücke an den Markt zu bringen oder zu begrünen. „Bäume schaffen keine Arbeitsplätze und zahlen keine Steuern“, räumte er ein.Die mögliche Nachnutzung der Infrastruktur auf dem Truppenübungsplatz durch die Verlegung von Bundeswehreinheiten würden beide Kandidaten begrüßen. „Wir können da aber nur fromme Wünsche äußern“, sagte Horrer. Dann würde in Bergen auch Wohnraum benötigt. „Es wäre geradezu ein Glücksfall“, schätzte es Prokop ein. Allerdings bedürfe es stiller Arbeit im Hintergrund. Der Bürgermeister widersprach Jörg Grünhagen aus dem Publikum, dass die Stadt erst vier Jahre nach Bekanntwerden des Britenabzugs ihr Stadtmarketing starte. Es habe lange Vorbereitungen gegeben. „Du musst die Menschen mitnehmen, jetzt ist der richtige Zeitpunkt.“ Den sah Horrer verpasst: „Für mich kommt das alles zu spät.“Große Hoffnung setzt Prokop auf den Bahnanschluss. „Ich gehe jede Wette ein, dass wir den Schienenverkehr in 10 bis 15 Jahren brauchen“, sagte er mit Blick auf den zunehmenden Straßenverkehr. Eine reine Güterverkehrstrasse, die den Orten nur Lärm und Belastung bringe, lehnte er ebenso ab wie Horrer. Einen neuen Personenverkehr auf der Schiene würden beide begrüßen, wie sich auch einig waren, dass die Stadt weiter auf die Westumgehung drängen müsse, um die Orte vom Schwerlastverkehr zu befreien. Dass damit die Stadt totgemacht wird, wie es Hermann von der Kammer aus Wardböhmen befürchtete, sah Horrer nicht. „Wer will, kommt in das Zentrum.“

Von Joachim Gries