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Bergen Stadt Bunter Fleck im schlichten Berger Innenraum
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Bunter Fleck im schlichten Berger Innenraum
16:19 09.06.2017
Bergen Stadt

Die Lamberti-Kirche in Bergen wurde bereits im Jahr 1197 erstmals urkundlich erwähnt. Sie wurde schon damals dem Heiligen Lambertus geweiht, dem im Jahr 708 einem Meuchelmord zum Opfer gefallenen Bischof von Tongern und Maastricht. Doch das Baujahr und ursprüngliche Aussehen des ursprünglichen Kirchengebäudes sind nicht überliefert.

Das heutige Kirchengebäude wurde in den Jahren 1826/27 errichtet, allerdings noch ohne den erst in den Jahren 1904/05 angebauten Chorraum, den geschnitzten Altar und das bunte Glasfenster.

Dieses große Glasfenster an der Ostfassade ist „der einzige bunte Fleck im schlichten Innenraum“, wie die Gemeinde selbst sich ausdrückt. Es verbindet Glaubensaussagen mit dem Bekenntnis zur Heiligen Schrift des Alten und des Neuen Testamentes. Und es ist gefüllt mit zahlreichen narrativen Informationen.

Im Mittelpunkt steht Christus als Auferstandener, heißt es in einer Informationsbroschüre des Pfarramtes. Würdevoll schreitet er als Herrscher auf Wolken einher, die rechte Hand zum Segen erhoben. Ein Regenbogen trennt in der Bildkomposition den himmlischen vom irdischen Bereich. Christus allein, als Begründer des Neuen Bundes, der Grundlage für die Vergebung der Sünden, durchbricht und überwindet diesen Regenbogen, der wiederum als Symbol des Alten Bundes gilt. Diesen Bund hatte Gott nach der Sintflut mit Noah geschlossen und den Regenbogen als Zeichen für seine Gegenwart und sein Versprechen, die Welt nicht noch einmal durch eine Sintflut zu vernichten, gegeben („Der Bogen, den ich in die Wolken setze, soll das Bundeszeichen sein zwischen mir und der Erde…“).

Im himmlischen Bereich wird Christus eingerahmt durch die dem babylonischen Mythos entspringenden Symbolgestalten göttlicher Macht für die vier Evangelisten: der Löwe steht für Markus, der schreibende Engel für Matthäus, der Adler für Johannes und der Stier für Lukas. Das soll auf die zentrale Bedeutung der Evangelien für den christlichen Glauben hinweisen. Weiterhin findet sich in diesem Bereich noch ein Schriftband mit dem Jesus-Zitat „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich“, womit Jesus sein ureigenstes Sein, seine Bestimmung und Berufung auf den Punkt gebracht hat.

Ein auf einer Wolke sitzender Engel wiederum hält Christus die „Biblia“ zum Lesen hin. Auf einer anderen Wolke sitzt ein zweiter Engel, der ebenfalls eine Bibel aufgeschlagen hat, diesmal aber einer Person zum Lesen hinhält. Dort steht: „Daran wird man erkennen, dass ihr meine Kinder seid, so ihr Liebe zueinander habt.“ Das könne „sowohl als Mahnung als auch als Maßstab verstanden werden“, heißt es in einem Faltblatt der Kirchengemeinde. Durchaus. Denn diesem Jesus-Zitat geht im Johannes-Evangelium Jesu Gebot voraus, „dass ihr euch untereinander so liebt wie ich euch geliebt habe“.

Von Rolf-Dieter Diehl