Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Bergen Stadt Drei Generationen sind im Posaunenchor Bergen aktiv
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Drei Generationen sind im Posaunenchor Bergen aktiv
12:40 27.02.2015
Von Karin Dröse
Posaunenchor Bergen Drei Generationen sind aktiv Torben Buhl, Anja Dageförde-Buhl, Emma Buhl, Karl-Heinz Dageförde und Sonja Reinecke (von links) mit Karl-Heinz Dageförde und 2 Töchtern und 2 Enkelkindern Quelle: Karin Dröse
Bergen Stadt

Jeden Donnerstag treffen sich Großvater, Töchter und Enkelkinder im Gemeindesaal der St.-Lamberti-Kirche im Herzen Bergens. Karl-Heinz Dageförde (67) aus Wohlde hat mit 16 Jahren im Posaunenchor angefangen und spielt Trompete. Seit über 50 Jahren hat er Spaß mit seinem Instrument, in seiner Gruppe, bei Proben und Auftritten. „Ein Freund hat mich damals angesprochen und gesagt, Karl-Heinz, du kommst mit, und ich kam mit und bin dabeigeblieben“. Damals hat man das Notenlesen nicht unbedingt in der Schule gelernt. Dageförde musste sich dieses Wissen also im Posaunenchor aneignen.

Das gemeinsame Musizieren bereitete ihm so viel Freude, dass er seine Töchter Anja Dageförde-Buhl und Sonja Reinecke ebenfalls dafür begeistert hat. Anja Dageförde-Buhl, die Posaune spielt und inzwischen auch unterrichtet, und ihre Schwester Sonja Reinecke, die Flügelhorn bläst, sind über 25 Jahre im Posaunenchor aktiv. Und weil die Freude an der Musik ansteckend ist, sind Anja Dageförde-Buhls Kinder ebenfalls dabei: Tochter Emma (13) hat mit 8 Jahren angefangen, Posaune zu spielen, und Sohn Torben (15) spielt Baritonhorn. Er hat bereits in der Bläserklasse des Christian-Gymnasiums in Hermannsburg musikalische Erfahrungen gesammelt.

Karl-Heinz Dageförde und seine Nachkommen stellen nicht nur ein Sechstel der 30 Mitglieder starken Truppe, sondern bilden auch den Altersdurchschnitt gut ab: Seine Enkeltochter ist mit 13 Jahren die jüngste Teilnehmerin. Der älteste aktive Bläser Günter Holzmüller ist 80 Jahre und gehört nicht zur Familie Dageförde. Er wurde kürzlich mit der Bläsernadel ausgezeichnet. Das musikalische Spektrum umfasst nicht nur Kirchenmusik, sondern auch populäre Titel wie „Probier‘s mal mit Gemütlichkeit“ gehören zum Repertoire. Volkslieder werden genauso gern gespielt wie Swing.

„Unsere Pastoren sind sehr kreativ, wenn es darum geht, die musikalische Vielfalt des Posaunenchores in die Gottesdienste einzubinden“, sagt Anja Dageförde-Buhl. Alle erinnern sich noch gern an den Gottesdienst unter Eichen, den es zum Schützenfest gab. Da war der Balu-Song zu hören und kam gut bei den Besuchern an.

Nicht nur musikalisch ist die Familie aktiv: Karl-Heinz Dageförde ist in der Feuerwehr und im Enkeltochter Emma in der Volkstanzgruppe Wohlde aktiv. Tochter Sonja Reinecke liebt Zumba und läuft gerne. Anja Dageförde-Buhr ist ebenfalls in der Feuerwehr und Abteilungsleiterin für Geräteturnen. Emma turnt und spielt Volleyball. Diesen Ballsport liebt auch ihr Bruder Torben, der außerdem gern Fußball spielt und in der DLRG schwimmt.

„Gott gab mir Atem“ heißt das Lied, das der Posaunenchor der St.Lamberti-Kirche in Bergen gerade probt. Frauke Hahne gibt dabei den Ton an und achtet auf Details. „Den Ton bitte lange und hörbar ausklingen lassen“, sagt die Posaunenchorleiterin, und die Bläser greifen erneut zu ihren Instrumenten. Ruhig geht sie an die Arbeit mit den rund 30 Mitgliedern der Gruppe, die für einen Auftritt im Konfirmationsgottesdienst ein neues, modernes Kirchenlied einübt.

Seit zehn Jahren leitet Frauke Hahne den Posaunenchor, der immer donnerstags im Gemeindehaus probt und im vergangenen Jahr 38 Auftritte hatte. Davor war sie Kreischorleiterin in Celle.

Die Leitung der Berger Gruppe übernahm sie zunächst kommissarisch, doch dann wurde eine feste Verbindung daraus:„Es tut gut, mit diesem Team zu arbeiten, weil alle miteinander harmonieren“, sagt sie. Dafür fährt sie gerne jeden Donnerstag von Celle nach Bergen.

Richtig begeistert hat sie Posaunenmusik bereits 1979 beim Kirchentag in Nürnberg. Dort haben Tausende von Bläsern zusammengespielt. Das hat die heutige Chorleiterin fasziniert. Außerdem ist sie familiär vorbelastet: „Meine Mutter hat geblasen, meine Geschwister ebenso und meine Nichten und Neffen inzwischen auch.“

Kein Wunder, dass sie ihren Ehemann Jörg Hahne im Posaunenchor kennengelernt hat. Noch heute übt er im Posaunenchor, den Frauke Hahne leitet.

Der nächste Auftritt der Gruppe ist beim Gottesdienst am Ostersonntag, 5. April, in der dann hoffentlich fertig renovierten St.- Lamberti-Kirche.

Karin Dröse