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Bergen Stadt Endgültiges Aus für Internationale Begegnungsstätte Bergen
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Endgültiges Aus für Internationale Begegnungsstätte Bergen
00:35 04.08.2018
Von Christopher Menge
Quelle: schulze und partner architektur / martin a. müller architekten
Bergen Stadt

Zuvor hatte der Bundesverband Volkssolidarität seine Bewerbung, die erst in der vergangenen Woche eingegangen war, überraschend zurückgezogen. "Es hat sich zunehmend abgezeichnet, dass es keine Bereitschaft der politischen Parteien gibt, dieses Projekt gemeinsam zu tragen und zu fördern", sagte die Referentin für Medien- und Öffentlichkeitsarbeit des Volkssolidarität-Bundesverbandes, Constanze Groß. "Dadurch ist eine erfolgreiche Umsetzung des Projektes durch die Volkssolidarität nicht mehr zu garantieren." Für den Verband habe das schwer zu kalkulierende Risiko und die damit einhergehende Unsicherheit bestanden, ein derart großes Projekt gegen den mehrheitlichen Willen der politischen Parteien durchzuführen. Nach Aussage von Prokop wäre die Volkssolidarität der ideale Partner gewesen, der keinen Defizitausgleich gebraucht hätte.

Jens-Christian Wagner, Leiter der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, bedauerte, dass die Volkssolidarität ihre Bewerbung zurückgezogen hat. "Damit das gesamte Projekt zu beerdigen, halte ich aber für die falsche Entscheidung", sagte er. "Mit dem Projekt IBB haben der Bund und die Gedenkstätte der Stadt Bergen ein großartiges Projekt auf dem silbernen, wenn nicht goldenen Tablett präsentiert. Dieses Angebot nicht anzunehmen, halte ich für einen Fehler, der Bergen und unserer Region – wie auch der Gedenkstätte – schadet."

Nach dem Rückzug der Bewerbung sei man wieder auf dem Stand der vergangenen Woche gewesen, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Walter-Christoph Buhr, dessen Antrag, die Fördermittel nicht zu beantragen, daher eine große Mehrheit über die Fraktionen hinweg fand. Der stellvertretende Bürgermeister Rüdiger von Borcke (SPD) zeigte Verständnis für die Entscheidung der Skeptiker, sprach aber von einer vergebenen Chance. "Bergen, das oft immer noch mit Bergen-Belsen identifiziert wird, hätte durch die IBB positiv ins öffentliche Bewusstsein rücken können."