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Bergen Stadt Erneuter Streit um Parkplätze auf Friedensplatz in Bergen
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Erneuter Streit um Parkplätze auf Friedensplatz in Bergen
18:42 04.08.2018
Von Christopher Menge
Der Ortsrat Bergen beschäftigt sich erneut mit der Parkplatzsituation auf dem Friedensplatz, nachdem Geschäftsleute das empfohlene Parkverbot kritisiert haben. Quelle: Alex Sorokin
Bergen Stadt

Der Ortsrat hatte im Juni die Empfehlung ausgesprochen, das Parken auf dem Platz zu verbieten. Einigen Geschäftsleuten gefällt diese Idee aber gar nicht. Sie haben sich an Bürgermeister Rainer Prokop gewandt. Zu der Eingabe soll der Ortsrat eine erneute Stellungnahme abgeben, bevor das Thema in den Ausschüssen der Stadt beraten wird. Eine endgültige Entscheidung fällt dann im Stadtrat.

„Der Platz ist sehr schön geworden“, sagt Bergens Ortsbürgermeister Virendra Singh, „Parkplätze waren da nie vorgesehen. Wir waren überrascht, als dann doch welche eingerichtet worden sind.“ Der Friedensplatz sei ein Ort, zu dem die Leute gerne kommen sollen. „Die Autos passen da nicht hin und sie sind eine Gefahr für die Kinder, die da spielen“, sagt Singh.

Die Kinder würden hauptsächlich nach 17 Uhr auf dem Platz spielen, wenn die Geschäfte und Ärzte geschlossen hätten, argumentieren dagegen Claudia Dettmar-Müller, Inhaberin des „Café Sahne“, und Thorsten Schmidt von der LVM-Agentur. Sie haben sich mit einer Eingabe an Prokop gewandt, die auch Dr. Klaus Schmelter, die Pizzeria und das Nagelstudio unterstützen. Schmidt droht sogar damit, über einen Standortwechsel nachzudenken. „Für die Wahl eines Geschäftsstandorts sind Parkplätze von herausragender Bedeutung“, heißt es in dem Schreiben. „Sollte sich die Versicherungsagentur zu einem Umzug entscheiden, so wäre das kein gutes Zeichen nach Außen für die Entwicklung des Platzes, dieser erscheint mehr und mehr unattraktiv. Hier bliebe einzig das Café, welches durchaus unter einer eingeschränkten Lebendigkeit des Platzes leiden würde.

Singh hält dagegen, dass es in der Nähe eine hohe Dichte an Parkplätzen gebe. „Und es entstehen noch weitere“, sagt der Ortsbürgermeister, „wenn die Leute ein paar Meter gehen müssen, können sie den Ort erkunden und die Geschäfte kennen lernen. Das ist in der Celler Straße auch so.“ Er sagt, dass der überwiegende Teil der 6500 Einwohner Bergens für die Sperrung des Friedensplatzes für Autos sei.

Unterstützung bekommt er auf jeden Fall vom Vorsitzenden des Gewerbevereins Bergen Holger Friedrichs. „Wir möchten hier gerne eine autofreie Zone sehen – aus optischen und aus Gründen der Verkehrssicherheit.“ Sabine Horrer will auch, dass die „Parkplätze verschwinden“. „In einer Fußgängerzone haben Autos nichts verloren, sagt die Bergerin, „wenn ein Kind vors Auto läuft, ist das Geschrei groß.“ Norbert Claus hält die Autos dagegen für belebend. „Ich bin mit dem Motorrad durch ganz Deutschland gefahren und kenne keinen Marktplatz, auf dem man nicht parken darf“, sagt er.