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Bergen Stadt Euwobau wirft 452 Wohnungen in Bergen für 14 Millionen Euro auf den Markt
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Euwobau wirft 452 Wohnungen in Bergen für 14 Millionen Euro auf den Markt
02:52 07.08.2018
Die Firma Euwobau will seine 452 Wohnungen in Bergen verkaufen. Der Preis wird mit rund 14 Millionen Euro angegeben. Quelle: Tore Harmening
Bergen Stadt

Gut 900 Wohneinheiten werden in den kommenden Jahren in Bergen leer stehen. Grund sind die demografische Entwicklung, vor allem aber der bevorstehende Abzug der britischen Streitkräfte.

Einer der größten Immobilienbesitzer in Bergen ist derzeit noch die Euwobau aus Köln. Doch die Gesellschaft will ihre Immobilien jetzt loswerden. Sie hat einen Maklervertrag abgeschlossen, der der CZ vorliegt. Es geht um insgesamt 452 Wohneinheiten. Der Kaufpreis wird mit etwa 14 Millionen Euro angegeben.

Das Angebot der Wohnungen taucht nicht im Internet auf, Verhandlungen mit potenziellen Investoren in dieser Größe werden wohl hinter verschlossenen Türen geführt. „Ich hatte bereits einige Interessenten da, aber bisher sind alle wieder abgesprungen”, sagt Bergens Bürgermeister Rainer Prokop. Er und auch sein Herausforderer bei der Bürgermeisterwahl, Randolf Horrer (SPD), sind sich einig: Der Abriss der Wohnungen ist unumgänglich und einen privaten Investor möchte keiner.

Im politischen Betrieb laufen deshalb bereits fieberhaft die Bemühungen, eine Lösung zu finden. Es geht dabei um die Schaffung einer Wohnungsgesellschaft, die die Immobilien erwerben und dann abreißen könnte. „Ich habe inzwischen mit dem Ministerpräsidenten gesprochen und das Thema wird als Chefsache in der Staatskanzlei behandelt”, sagt der Landtagsabgeordnete Maximilian Schmidt (SPD). Im Juni soll auch die Staatssekretärin Birgit Honé nach Bergen zum Informationsaustausch kommen. Außerdem wird derzeit laut Schmidt in den Ministerien geprüft, wie Finanzhilfen aufgebracht werden können. Das Problem ist dabei offenbar, dass zum Beispiel aus dem Topf für Wohnungsbauförderung nicht einfach so Geld genommen werden kann, um Immobilien zu kaufen.

Für den CDU-Landtagsabgeordneten Ernst-Ingolf Angermann ist das allerdings eine Frage des Wollens. „Man hätte einen Sonderfonds für die vom Abzug betroffenen Regionen auflegen sollen. Ich hoffe sehr, dass die Staatssekretärin im Juni dann nicht nur gute Worte, sondern auch Geld mitbringt”, sagt Angermann.

Die Frage ist zudem, wer die Verhandlungen mit der Euwobau führen würde, denn klar ist für alle, dass die 14 Millionen noch ein unverhandelter Preis ist. „Ich hätte kein Problem, mich mit dem Makler an einen Tisch zu setzen und zu feilschen, würde aber denken, dass das Land, wenn es einen großen Teil der Kaufsumme bereitstellt, auch mit am Tisch sitzen möchte”, meint Landrat Klaus Wiswe. So sieht es auch Bergens Bürgermeister. Vor allem sei aber eines wichtig: „Ich kann mich mit einem Makler nur an einen Tisch setzen, wenn auch Geld im Hintergrund ist. Sonst macht das keinen Sinn”, sagt Prokop.

Der Bund kann sich laut dem Bundestagsabgeordneten Henning Otte (CDU) aus rechtlichen Gründen nur schwer engagieren. Mittel aus dem Bundesprogramm Stadtumbau West würden über das Land genehmigt und „die Mittel aus dem Konversionsfonds sind eigentlich für Umstrukturierungen nach Abzug von Bundeswehrtruppen vorgesehen”. Otte sieht deshalb zunächst das Land in der Pflicht.

Von Tore Harmening