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Bergen Stadt Festival lockt Besucher auf Berger Friedensplatz (mit Bildergalerie)
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Festival lockt Besucher auf Berger Friedensplatz (mit Bildergalerie)
14:14 03.08.2018
Bergen Stadt

Den Auftakt machte die Lüneburger Formation „Suprastone“. Die drei Musiker verwandeln Elemente aus Folk, Metal, Southernrock und Blues zu einem neuen rocklastigen Sound, der bekannte Klassiker mit neuer Musik verbindet und den sie selbst als frische Rockmusik vom Deich bezeichnen. Und obwohl gegen 17 Uhr, als ihr Auftritt begann, noch nicht allzu viele Zuhörer den Friedensplatz bevölkerten, tat das der Spielfreude von Sänger und Gitarrist Kai Hagemeister, Drummer Andree zur Kammer, der aus Bergen stammt, und Bassist Mario Streuber keinen Abbruch.

Sommerzeit ist Festivalzeit. Und so wurde nur eine Woche nach dem Südwinsen-Festival und zeitgleich mit dem Bockpalast in Bockelskamp zum zweiten Mal nach 2014 das Friedensplatz-Festival in Bergen veranstaltet. Vor drei Jahres anlässlich des 200-jährigen Bestehens des Friedensplatzes – heute, um den großartigen Erfolg von damals zu wiederholen. "Angedacht ist es, diesen Drei-Jahres-Rhythmus jetzt beizubehalten. Es ist für jeden Geschmack etwas dabei", sagte Katharina Hoopmann, zuständig für PR-Arbeit bei der Stadt Bergen. Und in der Tat konnte man die Auswahl und Qualität der Live-Acts als überragend bezeichnen.

Weiter ging es mit „Kultstatus“, einer Band aus dem Raum Uelzen, die deutschsprachigen Rock-Pop vom Feinsten ablieferte. Unter die Haut gehende Texte und harte Gitarrenriffs, gepaart mit ehrlichen Aussagen, so definiert sich das musikalische Leitbild dieser Band. Mittlerweile fanden auch immer mehr Zuhörer den Weg auf den Friedensplatz, wo es nun von „Kultstatus“ ordentlich was auf die Ohren gab. Sänger Tommy Bluhm brachte es am Ende des Auftritts auf den Punkt: „So Bergen, jetzt seid ihr wach.“

Ja, jetzt war Bergen tatsächlich wach – und bereit für die Neo-Hippie-Space-Rocker von „Cosmic Tribe“, die 2014 einen bemerkenswerten Auftritt in Bergen hinlegten und somit schon eine Fanbase hatten, die dem Auftritt voller Vorfreude entgegenfieberte. Und es wurde niemand enttäuscht. Die Band aus Hannover zauberte mit ihrem charismatischen Sänger Olli Busse eine unglaubliche Stimmung auf den Friedensplatz, wenn auch die meisten Zuschauer ziemlich tanzfaul waren. Busses Aufforderungen „Steht auf“, „Come closer“ (Kommt näher) folgten vor allem die Kids, die sich vor der Bühne versammelten und begeistert mittanzten.

Das Highlight des Abends war für viele wohl der Auftritt der zehnköpfigen Rhythm-’n’- Blues-Big-Band-Formation „Sixtyfive Cadillac“, die schon beim Abschied der Briten im Jahr 2015 mit dabei war. Einst als Blues-Brothers-Show in Bad Fallingbostel gegründet, ergänzte die Band im Laufe der Zeit das Repertoire um Arrangements von Klassikern aus dem Rhythm ’n’ Blues, Fusion- und Soulbereich. Titel der Beatles oder Frank Zappa und eigene Songs sind mittlerweile ebenfalls im Programm der Musiker, die schon rund 500 Konzerte in Deutschland, Polen und Luxemburg gespielt haben.

Jedenfalls gab es für die Berger nun kein Halten mehr. Auf dem Friedensplatz wurde abgehottet, bis das Pflaster glühte. Und "Sixtyfive Cadillac"? Die spielten bis 0.30 Uhr, ohne irgendwelche Ermüdungserscheinungen zu zeigen. Dann brachte der Regen, der gegen 1 Uhr einsetzte, eine willkommene Erfrischung und beendete den ersten Tag der gelungenen Veranstaltung.

Kinder spielen, Eltern shoppen, Musikfans rocken

"Bergen holt sich das Sommerfeeling in die Stadt" lautete das Motto des diesjährigen Friedensplatz-Festivals. Und da sich das Wetter von seiner besten Seite zeigte, wurde gestern nach dem Gottesdienst mit „Purple Monday“ bereits ab 11.30 Uhr wieder auf dem Friedensplatz gerockt.

„Boppin’B“ aus Aschaffenburg begeisterten mit ihren ganz eigenen Rock-’n’-Roll-Interpretationen. Sie waren die Ersten in Deutschland, die moderne Popsongs ins Rock-’n’-Roll-Gewand steckten und damit Vorreiter für viele Bands, die das später ebenfalls sehr erfolgreich taten (zum Beispiel Dick Brave und Boss Hoss). Die Live-Performance der Jungs ist legendär und besticht durch akrobatische Showeinlagen. Das Publikum ließ sich nur zu gern von ihrer Energie anstecken, die Stimmung hätte nicht besser sein können.

Am frühen Nachmittag sorgte dann der Feuerwehr-Musikzug mit seinem umfangreichen Repertoire für gute Unterhaltung, ehe die „Femmes Tribals“ orientalische Bauchtanz vorführten und die „Weibz“ moderne Powermoves präsentierten. Um 17.30 gab es dann noch ein Heimspiel der Bergerin Asya Pritchard, ehe der Abend mit Musik von Moonshot ausklang.

Und wie lief der verkaufsoffene Sonntag für die Berger Geschäftsleute? "Wir sind sehr zufrieden. Dass heute nicht so viel los war wie an den anderen verkaufsoffenen Sonntagen, entsprach unseren Erwartungen", sagte Hermann Hiestermann. Und auch Holger Friedrich vom Schuhhaus Friedrich bestätigte: "Es war ein eher ruhiger Sonntag, aber die Kunden, die kamen, waren sehr freundlich, entspannt und freuten sich, dass bei uns im Geschäft so angenehme Temperaturen herrschten.“

Von Kirsten Glatzer