Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Bergen Stadt Frauke Petry kommt nach Bergen / Breites Bündnis mit Gegenveranstaltung
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Frauke Petry kommt nach Bergen / Breites Bündnis mit Gegenveranstaltung
18:15 04.08.2018
Bergen Stadt

Ursprünglich hatte die AfD laut Ehrhorn einen Saal in der Congress-Union in Celle mieten wollen. „Dort bekamen wir aber eine Absage, nachdem wir gesagt haben, für wen die Veranstaltung ist. Das erleben wir als AfD ja derzeit häufiger“, so Erhorn. Deshalb sei man nach Bergen ausgewichen.

Nicht nur bei der Congress-Union sieht man den Auftritt offenbar nicht gerne. In Bergen wird gerade von einem Bündnis aus allen Parteien im Rat, verschiedenen Vereinen, Mitgliedern von Verdi und dem DGB sowie dem Forum gegen Rechts eine Gegenveranstaltung organisiert. Unter dem Motto „Demokratie braucht keine Alternative“ soll am Freitag gegen 17.30 Uhr auf dem Friedensplatz ein Zeichen gesetzt werden.

Dass sich alle Parteien zwei Tage vor der Kommunalwahl zu dieser Veranstaltung zusammenschließen, ist schon bemerkenswert. „Wichtig ist dabei, dass wir nicht als Parteien, sondern als Bürger auftreten. An diesem Tage ruht der Wahlkampf und wir vergessen die Streitigkeiten, die wir so im Alltag haben“, sagt Bergens Ortsbürgermeister Virendra Singh (CDU). „Meiner Meinung nach ist die AfD nichts anderes als eine rechte Partei, die die Demokratie in die Ecke drängt“, sagt Daniela Behn-Horrer (SPD). Gegen solche Tendenzen gelte es für alle Demokraten aufzustehen. Auch Günther Lange (WG) meint, dass „wir solche Vertreter in unserem Stadtrat nicht brauchen.“

Beteiligen werden sich auch Vertreter der Kirchen, unter anderem Pastor Axel Stahlmann von der St.-Lamberti-Gemeinde und Pfarrer Günther Birken von der Sühnekirche vom kostbaren Blut. „Mir geht es aber ausdrücklich nicht um einen Protest gegen eine Partei, sondern ein Zeichen für die Achtung jedes Menschen, egal ob sie hier lange leben oder als Flüchtling kommen und die Toleranz der Religionen“, so Stahlmann. Die Polizei hat die Veranstaltungen laut Sprecher Thorsten Wallheinke auch bereits auf dem Schirm. „Wir werden mit verstärkten Kräften vor Ort sein, sehen allerdings derzeit noch keine verschärfte Sicherheitsproblematik. Wir sind aber jederzeit in der Lage, Kräfte zusammenzuziehen“, so Wallheinke.

Wie Bergens Bürgermeister Rainer Prokop sagt, muss die Stadt zum Beispiel bei der Vermietung des Stadthauses das Neutralitätsgebot wahren. „Die AfD ist keine verbotene Partei, insofern würden wir da ein Begründungsproblem haben“, sagt Prokop. Da er derzeit noch keine genauen Informationen zu der Veranstaltung auf dem Friedensplatz hat, konnte er noch nicht sagen, ob er daran teilnehmen werde, weil er ein Neutralitätsgebot zu beachten habe. „Nach meiner persönlichen Einschätzung ist das Programm der AfD aber in Teilen menschenverachtend und frauenfeindlich. Diese Weltanschauung teile ich nicht.“

Von Tore Harmening