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Bergen Stadt Friedensplatz-Festival in Bergen ein voller Erfolg
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Friedensplatz-Festival in Bergen ein voller Erfolg
05:13 07.08.2018
Von Andreas Babel
Das Blasorchester Salinia spielte gestern auf, am Samstag traten die Band „No Names“ (links darunter) und das Hip-Hop-Duo „Broken Inside“ (unten) sowie die Band „Suprastone“ auf, bei der zwei Fans kurzzeitig auf der Bühne begeistert mitgingen (rechts). Quelle: Benjamin Westhoff (3), Andreas Babel
Bergen Stadt

Die Berger haben ihren Friedensplatz für sich entdeckt. Das erste „Friedensplatz-Festival“ an beiden Tagen des Wochenendes war ein voller Erfolg. Hunderte Besucher bevölkerten das weitläufige Festgelände während der gesamten Dauer des Festivals. „Die Stadt Bergen hat etwas Tolles auf die Beine gestellt“, sagte Sonntagabend der Berger Gewerbevereins-Vorsitzende Hermann Hiestermann. Er freute sich über die vielen Menschen in der Stadt, die eine „tolle Stimmung auf diesen schönen, runden Platz mit seiner gemütlichen Atmosphäre“ gezaubert hätten.

Rund 25 Stunden Programm boten die Veranstalter den Gästen aus nah und fern, darunter viele britische Familien, die eines der letzten großen Feste hier in der Nordkreisstadt erleben wollten, ehe es für sie bald heißen wird, Deutschland „goodbye“ zu sagen. Das Programm des ersten Tages zog sich bis 2 Uhr nachts hin, bis auch das letzte Bierfass gelehrt war. 350 Menschen feierten bis spät in die Nacht. Voll besetzt war der Friedensplatz auch schon wieder am gestrigen frühen Nachmittag, als die Line-Dancer „Hot Boots“ und das Blasorchester Salinia auftraten.

Für die Kleinen hatte allen voran die Jugendfreizeitstätte „Bergwerk“ einiges zu bieten. Am Samstag lockte der 18-jährige Torsten Eichstaedt (Juniorentrainer, Schiedsrichter und Spieler der FG Wohlde) viele begeisterungsfähige Kinder in den Menschenkicker, in dem sich gestern auch viele Erwachsene versuchten. Monika Hohls und Nina Parzentny zauberten vor allem Mädchen Glitzer-Tattoos auf die Arme. „Sieben Tag lang halten die, weil wir den Glitzer auf einen besonderen Hautkleber auftragen“, erläuterte Parzentny, ehe sie dem 16-jährigem Steve Benji-Foy einen pinkfarbenen Playboy-Hasen auf den rechten Oberarm auftrug. Während die beiden Frauen schon jetzt immer mit Kindern kochen (montags), häkeln (dienstags) und basteln (mittwochs), soll es im Herbst auch eine Handarbeitsgruppe für Erwachsene im „Bergwerk“ geben. Die wird sich dienstags um 9.30 Uhr dort treffen, verriet Parzentny.

Bei all dem Trubel auf der einen Seite der Hauptverkehrsachse konnte einem Clown Jan Borius fast leid tun. Schon seit nahezu 20 Jahren gibt es kein großes öffentliches Fest ohne das Zutun des Cuxhavener Unterhaltungskünstlers. Einst lebte der 43-Jährige auf einem Resthof in Bockelskamp, nun schon seit zehn Jahren wieder in Cuxhaven. „Ich bin kein Stadtmensch“, verriet er. Auf dem Marktplatz wirkte er inmitten des Rummel-Angebots mit seinem kreativen Angebot etwas verloren. Ihm und seiner Kunst hätte es gut getan, auf der anderen Straßenseite mitwirken zu dürfen.

Einige Geschäfte öffneten gestern außerplanmäßig ihre Türen. „Dieser verkaufsoffene Sonntag hatte nicht denselben Stellenwert wir die Sonntage im April oder Oktober – wir haben vor allem reduzierte Ware verkauft“, sagte Hiestermann, der aber dennoch „ganz zufrieden“ mit dem Geschäft war.

Nach dem Motto „Kindermund tut Wahrheit kund“, möchte ich heute an dieser Stelle einmal meiner jüngsten Tochter, der achtjährigen Emilie, die Chance geben, von ihren Eindrücken des Friedensplatz-Festivals vom Samstag in Bergen zu berichten. Sie hatte mich auf diesem Termin begleitet und sich dafür eigens einen kleinen Block eingesteckt, auf den sie die folgenden Sätze notierte:
„Ich hab‘ Menschenfußball gespielt und ich habe Tore geschossen. Ich war beim Dosenwerfen. Da waren Flaggen drauf und einmal hab ich Brasilien abgeworfen. Jetzt war ich bei denen, die Tattoos machen. Ich habe mir einen Schmetterling machen lassen (mit Glitzer). Ich war jetzt auf einem Seil balancieren. Ich war auf dem Bungee-Jumping und habe versucht, einen Salto zu machen, hab es aber nicht hingekriegt. Danach hab ich ein Eis gegessen und bin auf das echte Seil von dem Clown gegangen.“ Illustriert hat sie ihre Erlebnisse mit vier kleinen Zeichnungen.