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Bergen Stadt Geld für Integration in Bergen
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Geld für Integration in Bergen
08:41 07.08.2018
Bergen Stadt

So hat er im Auftrag der Stadt über den Landkreis Celle einen Förderantrag über 400.000 Euro aus dem EU-Topf „Jugend stärken im Quartier“ beantragt. Zwar gibt es noch keine offizielle Bewilligung, aber es wurde ein vorzeitiger Beginn des Projektes genehmigt. „In der Praxis habe ich es noch nicht erlebt, dass es danach keine Förderung gibt, auch wenn es mit dieser Genehmigung immer noch keinen Rechtsanspruch gibt“, sagt Kreisjugendamtsleiterin Dagmar Wiese-Cordes.

Für Legrand wäre dieses Programm „ein wichtiger Schritt, denn damit können wir wirklich etwas bewirken“. Geplant ist einerseits eine aufsuchende Sozialarbeit. „Die Jugendlichen zwischen 12 und 27 Jahren werden dort abgeholt, wo sie sich befindet und es findet eine intensive Fallbetreuung statt, bei der es zum Beispiel darum geht, Perspektiven aufzuzeigen, was die berufliche Entwicklung angeht“, erklärte Legrand. Diese Arbeit soll voraussichtlich durch einen externen Partner erledigt werden.

Zum anderen geht es um die Organisation von interkulturellen Veranstaltungen unter dem Arbeitstitel „Markt der Kulturen“. „Es gibt neben dieser persönlichen Ebene, aber auch noch einen Aspekt der Stadtentwicklung in diesem Projekt. Denkbar wäre zum Beispiel die Errichtung eines Kletterparks oder auch eines Naturpfades“, sagt Legrand.

Die Integration kommt laut Frank Heins, Fachdienstleiter Bürgerservice auf anderen Ebenen ebenfalls voran. Die jüngeren Kindern sind inzwischen alle in den Kindergärten untergebracht und der Erwerb der deutschen Sprache fällt ihnen leichter. Bei dem Deutschkurs, den die Bürgerstiftung für ältere Neubürger anbietet, „ist die Resonanz unter den Rumänen noch ausbaufähig“, sagt Heins. Gestartet ist auch die Sprachlernklasse, in der die rumänischen Schulkindern an die deutsche Sprache herangeführt werden.

Wie Heins sagte, bleibt die Zahl der Rumänen mit rund 100 derzeit stabil. Zudem hat der Vermieter aus der Berliner Straße bekundet, dass er dort keine weiteren Personen ansiedeln möchte. Allerdings wartet die Stadt Bergen derzeit noch auf ein Gerichtsurteil des Europäischen Gerichtshof. Dabei geht es laut Heins darum, ob auch EU-Bürger, die sich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen, von Hartz-IV-Leistungen ausgeschlossen werden können. „Sollte das Gerichts diese Praxis, die es in Nordrhein-Westfalen gibt, bestätigen, könnte hier noch einmal angesichts des Leerstandes eine andere Situation auftreten“, meint Heins.

Die 400.000 Euro werden über vier Jahre ausgezahlt. 60 Prozent kommen von der EU, den Rest teilen sich Bergen und der Landkreis.

Tore Harmening

Von Tore Harmening