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Bergen Stadt GlasBlasSing-Quintett: Musik zum Sehen und Hören
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt GlasBlasSing-Quintett: Musik zum Sehen und Hören
22:51 02.02.2014
Das GlasBlasSing-Quintett mit David „Möhre“ Möhring, Andreas „Endie“ Lubert, Jens Peter Tangermann, Frank Wegner und Jan „Fritze“ Lubert (von links) bei seinem Auftritt in Bergen. Quelle: Anne Friesenborg
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Mit geschätzt insgesamt rund 200 Flaschen in unterschiedlicher Beschaffenheit und Größe, leer oder unterschiedlich gefüllt, von der kleinen Schnapsflaschen-Panflöte über ein „Flachmann“-Xylophon bis zur großen Plastikflaschen-Tuba demonstrierten die wahrhaft pfiffigen Musiker mit bis zu sechs Flaschen gleichzeitig in der Hand ihren enormen Ideenreichtum. Oder – um die Instrumental-Kreationen des Quintetts bei dessen eigenen Namen zu nennen – vom „Flachmanninoff“ bis zur „Jelzin-Orgel“. Flaschen sämtlicher Bauarten werden zu Klang- und Resonanzkörpern. Darunter auch ein originelles Wasserspender-Schlagzeug, dessen Einsatz von perkussiven Einwürfen der Klangkünstler noch ergänzt wurde, etwa durch PET-Flaschen, die mit wohldosierten Reisfüllungen zu rhythmisch untermalenden Shakern umfunktioniert wurden. Bei diesem Konzert wurde nicht nur jeder Ton zum Happening, sondern auch schon die Art und Weise seiner Erzeugung.

Ob Klassik („Säbeltanz“), Jazz („Take Five“) oder Rock („Bohemian Rhapsody“), sie wussten ihr orchestral zusammengestelltes Leergut immer in passendem Klanggewand zur Geltung zu bringen, geploppt, gepustet, gezischt und geklimpert und unterstützt durch perfekt koordinierte Loop-Technik. Arrangements mit witzig-frech adaptierten Anleihen unter anderem von Helge Schneiders „Katzeklo“, Reinhard Meys „Luftaufsichtsbaracke“, Nenas „99 Luftballons“ und Hubert Kahs „Sternenhimmel“ erhöhten noch den Genussfaktor dieser einzigartigen konzertanten Bühnenshow. Dazu bewies das Quintett insbesondere bei seinen Eigenkompositionen auch noch seine exquisiten A-cappella-Qualitäten. Hier die Abenteuer des Fahrrad fahrenden „kleinen Katzenmannes“, dort die Ballade vom „Nasenpiercing-Girl“ („...sieht aus wie ein Chrom-Popel“). Mit seinen ausgeklügelten Choreografien, köstlicher Mimik und mitreißender Situationskomik ersang und erspielte sich das Ensemble dabei immer wieder herzhaften Szenenapplaus des zunehmend begeisterten Publikums.

Von Rolf-Dieter Diehl