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Bergen Stadt Grabsteindokumentation im Internet
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Grabsteindokumentation im Internet
20:00 06.08.2018
Schlicht und zeitlos – die neue Rasengrabstätte. Quelle: Martina Hancke
Bergen Stadt

2650 Grabsteine mit 4100 Grabinschriften hat Karl-Friedrich Finck allein auf dem Friedhof Bergen fotografiert und ins Internet gestellt. Zurzeit arbeitet er sich durch den Friedhof Winsen. Anlass war ein Zeitungsbericht über abgelaufene Grabstellen, in dem interessierte Verwandte für die Steine gesucht wurden. „Andernfalls werden die Steine geschreddert und als Straßenunterbau verwendet“, so Finck. Es entstand die Idee, zumindest die Familiendaten der Verstorbenen durch Abfotografieren zu retten. „Eine Arbeit, die erst spätere Generationen zu schätzen wissen werden“, ist sich der ehemalige Geschäftsführer der Viehverwertungsgenossenschaft sicher. Er befasst sich seit 1997 mit der Ahnenforschung, erstellte seinen eigenen Familienstammbaum und 36 weitere im Kreis Celle-Nord.

Mittlerweile wurden bereits 2550 Friedhöfe in Deutschland von Freiwilligen dokumentiert, unter anderem wird gerade am Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg gearbeitet, der mit 240.000 Grabmalen einer der größten ist. Aber auch im Celler Land haben Karl-Friedrich Finck und seine Freunde ehrenamtliche Helfer gefunden. Wolthausen und Walle, Bannetze und Bröckel sind bereits erfasst. Garßen, Langlingen und auch Celle selbst sind in Arbeit.

„Wir beachten dabei selbstverständlich die Friedhofsordnung und halten auch eine Karenzzeit ein“, erklärt Finck. Die Bestattung muss mindestens ein Jahr zurückliegen, bevor die Daten fotografiert und ins Netz gestellt werden. Rechtlich sind die Genealogen auf der sicheren Seite: Mit dem Aufstellen eines Grabsteins ist die Öffentlichkeit hergestellt, zudem werden Daten verstorbener Personen vom Schutzbereich der datenschutzrechtlichen Vorschriften ausdrücklich nicht erfasst.

Das vom Verein für Computergenealogie e. V. gepflegte Projekt wurde in diesem Jahr vom GEWISS-Konsortium „Bürger schaffen Wissen – Die Citizen Science Plattform“, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft gefördert wird, als Bürgerwissenschaft anerkannt. Für Infos steht Karl-Friedrich Finck unter (05051) 5450 zur Verfügung oder die Website wiki-de.genealogy.net/Grabstein-Projekt. (mha)

Von Martina Hancke