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Bergen Stadt Grüne wollen ein Anne-Frank Zentrum
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Grüne wollen ein Anne-Frank Zentrum
17:35 10.02.2012
Anne Frank kam in Bergen-Belsen um in der Gedenkst‰tte wird in einem Abschnitt an sie und ihre Zeit im Lager erinnert. Quelle: Tore Harmening
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Die Grünen wollen ein Anne-Frank-Zentrum in Bergen einrichten. So soll zum einen an das Mädchen erinnert werden, das mit 14 Jahren im Konzentrationslager Bergen-Belsen ums Leben kam und nach dem Krieg durch sein Tagebuch weltberühmt wurde. Zum anderen soll es aber auch Besucher anlocken.

„In dem Zentrum soll man sich in einer Dauerausstellung umfassend über Anne Frank und ihr Schicksal informieren können“, erklärte die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Rat, Elke von Meding, ihre Vorstellung. Außerdem sollen Jugendliche dort aktuelle Bezüge erarbeiten können. Mögliche Aktivitäten könnten Führungen durch Jugendliche, Lesungen, Theater- und Musikprojekte oder eine Schreibwerkstatt sein. „Ich sehe ein solches Angebot nicht als Konkurrenz zur Gedenkstätte. Dort gibt es ja nur einen kleinen Ausschnitt des Lebens von Anne-Frank“, so die Fraktionschefin, die auch Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Bergen-Belsen ist.

Für sie ist das Zentrum auch ein Schritt, um attraktiver für Besucher von außerhalb zu werden. „Die Stadt Bergen ist aufgefordert, ein Alleinstellungsmerkmal zu finden. Die Nähe zur Gedenkstätte Bergen-Belsen ist für Bergen ein einzigartiges Merkmal und könnte eine große Chance sein“, so von Meding. Bergen ist nach ihrer Meinung in besonderer Weise mit dem Schicksal Anne-Franks verbunden, neben Amsterdam, wo das Tagebuch entstand und Frankfurt, wo Anne Frank geboren wurde. „Bergen-Belsen war der Endpunkt ihres kurzen Lebens.“

Die meisten Besucher, die die Gedenkstätte besuchten, würden auch durch Bergen fahren. Wer von Norden auf der A 7 komme, würde bei der Autobahnabfahrt Soltau-Süd den Hinweis zur Gedenkstätte Bergen-Belsen sehen und von Süden werde der Besucherstrom bei Mellendorf abgeleitet. „Manche Autofahrer entscheiden sich spontan abzubiegen, wenn sie das Schild sehen“, sagt von Meding. Im Sommer machten viele skandinavische Reisegruppen auf ihrem Weg nach Süden Halt in der Gedenkstätte. Diese könnte man auch auf die benachbarte Stadt Bergen aufmerksam machen, mit einem Hinweis auf ein Anne-Frank-Informationszentrum.

Bei Bürgermeister Rainer Prokop rennt die Grünen-Fraktion „offene Türen ein. Ich würde mich freuen, wenn wir so ein Zentrum hier etablieren könnten“, sagt der Bürgermeister. Vor kurzem war er nach eigenem Bekunden in der Anne-Frank-Ausstellung in Berlin und ist dort mit dem Leiter des Anne-Frank-Zentrums ins Gespräch gekommen. Er kann sich ebenso wie von Meding eine Außenstelle des Zentrums in Bergen gut vorstellen. Allerdings macht er auch klar, dass das nicht ohne finanzielle Mittel gehen wird: „Zum Nulltarif“, so Prokop, „ist das nicht zu haben.“

Von Tore Harmening